Die eindringliche Auseinandersetzung mit der Fotografie wurde ausgelöst durch die Aufnahmen einer Serie von Gesteinsproben, die von dem befreundeten Geraer Geologen Rudolf Hundt um 1927 in Auftrag gegeben wurden.
Wikipedia: Aenne Biermann
Selbstportrait mit silberner Kugel, 1931
Aenne Biermann 1898 - 1933
Biermann’s promising career was cut short by her death from a serious illness at the age of 34, on January 14, 1933, about two weeks before Hitler was appointed German chancellor and the start of the persecution of the Jews by his regime. Tel Aviv Museum of Art Aenne Biermann: Up Close and Personal
Even though Biermann was published amongst the forerunners of the New Vision, as evidenced by her photobook 60 Photos, she had been forgotten for a long time. Don’t Judge a Book by Its Cover: Aenne Biermann’s 60 Photos Stoll, M., AM Journal, No. 28, 2022, S. 1−14
Son travail a été affiché à chaque exposition de photographies majeur en Allemagne dans les années 1920.
Le travail de Biermann propose des cadres serrés, et met l’accent sur les surfaces tactiles. Elle a expérimenté l’imagerie métaphorique des objets du quotidien, des minéraux et des plantes. La Petite Mélancolie: Aenne Biermann (German, 1898 – 1933)
Die Grundlage für die Darstellung des Lebens und der Arbeit von Aenne Biermann für Kunst und Wissenschaft auf der Webseite war das Themenheft Mit Steinen fing alles an... Rudolf Hundt, Aenne Biermann und Graptolithen
Frank Rouda und Frank Rüdiger, Museum für Naturkunde Gera Naturwissenschaftliche Reihe Heft 37, 2010, 48 Seiten, 5,40 Euro,
bestellbar per E-Mail 📝 Museum für Naturkunde Gera
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⏪ Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Aenne Biermann Projekt: Kunst-Raub-Rueckgabe.de
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Ausstellungen zu Lebzeiten von Aenne Biermann und Würdigung ihres Werkes
man wird noch viel von aenne biermann hören
Das war das 20. Jahrhundert in Gera,
aus 1930, Wartberg Verlag 2004
verkündet Das Magazin im Jahre 1931 in moderner Kleinschreibung: hier ist eine fotografin, die ein gänzlich neues gesicht in ganz alltäglichen dingen zeigt – die vielbeliebte neue sachlichkeit verliert unter ihren sehr zarten händen all ihre schrecken – In: Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Aenne Biermann Projekt: Kunst-Raub-Rueckgabe.de
Im Spätsommer 1928 bekam Biermann auf Initiative des Kunsthistorikers Franz Roh (1890-1965) die Möglichkeit auf ihre erste Ausstellung mit großformatigen Pflanzenfotografien im Graphischen Kabinett von Günther Franke in München. Im Oktober desselben Jahres stellte Franz Roh Aenne Biermanns wegweisende Arbeiten einem breiten Publikum im Kunstblatt vor.[6]
Es ist eigentlich ungewöhnlich, dass Oldenburg gerade der erste Ort für eine museale Ausstellung von Anne Biermann war... Der Direktor war Walter Müller-Wolkow, der hatte Bücher gemacht über die aktuelle Architektur seiner Zeit, über die moderne Baukunst, so hieß diese Buchreihe. Dadurch kam er in Kontakt zu einem, zu guten Fotografen, weil er brauchte für die Abbildungen sachgemäße, neue, sachliche Fotografie dieser modernen Architektur. Und er kam zu einem gemeinsamen Freund, nämlich zu Thilo Schoder nach Gera. Er schätzte ihn als Architekten sehr. Und Thilo Schoder hatte zwei Jahre zuvor die Wohnung, das Haus der Familie Biermann gebaut Und durch die Abbildung des Arbeitsraums der Fotografin Anne Biermann stieß Müller-Wolkow dann auf die Künstlerin, auf die Fotografin... Prof. Dr. Rainer Stamm – Direktor Landesmuseum Oldenburg In: BR: Aenne Biermann Projekt: Kunst-Raub-Rueckgabe.de ab Minute 3
...Biermann in allen wichtigen internationalen Fotoausstellungen der frühen 1930er Jahre vertreten, nicht zuletzt in der international wegweisenden Film und Foto (FiFo) des Deutschen Werkbunds 1929.[1] Ihre Fotografien wurden in Wettbewerben prämiert und in diversen Ausstellungskatalogen oder Magazinen veröffentlicht.
Der Höhepunkt ihres Schaffens wird im Jahr 1930 markiert von der Erscheinung der von Franz Roh begründeten BuchreiheFototekdie PublikationAenne Biermann. 60 Fotos.[7] Wikipedia: Aenne Biermann
Nachdem sie 1928 auf Veranlassung des Kunsthistorikers Franz Roh (1890-1965) ihre Arbeiten erstmals in einer Personalausstellung im Münchner Kunstkabinett präsentiert, ist sie ab 1929 mit ihren Bildern u.a. an folgenden wichtigen Ausstellungen vertreten:
aus
60 Fotos / Aenne Biermann⏩
S. 39 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Aenne Biermanns Aufnahmen waren zu ihren Lebzeiten in allen wichtigen Ausstellungen jener Zeit vertreten, nicht zuletzt in der Essener Wanderausstellung Fotografie der Gegenwart sowie in der wegweisenden internationalen Ausstellung des Deutschen Werkbunds Film und Foto (FiFo) 1929. Vertrautheit mit den Dingen: Museum Folkwang zeigt wichtige Vertreterin der Avantgardefotografie Aenne Biermann
Biermann war auf der wegweisenden Werkbund-AusstellungFilm und Foto1929 in Stuttgart vertreten. Eine eigene Ausstellung wurde ihr erstmals in Jena 1930 ausgerichtet... Sie hatte sich von einer Foto-Autodidaktin zu einer Avantgardefotografin ersten Ranges entwickelt, wie dass Museum Ludwig hervorhebt. emsp; rheinische ART 09/2018, AENNE BIERMANN - Von Goch nach Gera
Biermanns Aufnahmen waren zu ihren Lebzeiten in allen wichtigen Fotokunstmagazinen zu finden.
Und so gut wie alle bedeutenden Foto-Ausstellungen jener Zeit versäumten es nicht, ihre Arbeiten aufzuhängen, darunter die Essener WanderausstellungFotografie der Gegenwartsowie die wegweisende internationale Fotoschau des Deutschen WerkbundsFilm und Foto(FiFo) im Jahre 1929.
In Aenne Biermanns Fotografien geht es stets um den Blick auf das Wesen der Dinge. So stehen bei ihren Pflanzenaufnahmen nicht der symmetrische Bildaufbau oder der analytische Fokus im Mittelpunkt; im Gegenteil zeigen die Arbeiten ihren subjektiven Blick und die damit verbundene bildnerische Wirkung des Motivs.
Große öffentliche Aufmerksamkeit zog Biermann erstmals auf sich, nachdem der deutsche Kunsthistoriker Franz Roh einen Artikel über ihre Pflanzenfotografien für die FachzeitschriftDas Kunstblattverfasst hatte. rheinische ART 05/2020, Reiz des genauen Hinsehens
In Thüringen finden ihre Bilder erstmals in einer Exposition des bereits erwähnten Jenaer Kunstvereins Beachtung. Vom 1. bis 29. Juni 1930 zeigt Aenne Biermann im Prinzessinnenschlösschen mit etwa 200 Fotografien einen repräsentativen Querschnitt ihres Schaffens.
In ihrer Heimatstadt Gera ist Aenne Biermann erstmals vom 9. November bis 7. Dezember 1930 mit einer Überblicksausstellung präsent. Der vom Kunstverein in dessen Ausstellungsdomizil in der Zeppelinstraße organisierten Schau ist eine für Gera außergewöhnliche Publikumsresonanz beschieden.
S. 39-40 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Etwa 1931/32 hat Aenne Biermann Teile der Gesteins- und Mineraliensammlung von Goethe in Weimar fotografiert. Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera,Ausgabe 4/2018, ...der Sachlichkeit verpflichtet. Aenne Biermann - Fotografien 1926 bis 1932
Eine der wenigen Publikationen von A. Biermann (1898-1933), "bedeutende Vertreterin der Fotoavantgarde um 1930" (H.-M. Koetzle). - A. Biermann lebte seit ihrer Heirat mit Herbert Joseph Biermann 1920 in Gera und arbeitete seit Ende der 1920er Jahre als professionelle Fotografin. Von ihren rund 3000 Aufnahmen sind bis heute nur rund 400 nachweisbar. A. Biermann starb 1933, vor Beginn der Verfolgung ihrer Familie durch die Nazis, an einer Leberkrankheit. 1930 veröffentlichte F. Roh die einzige Monographie zu Lebzeiten "Aenne Biermann. 60 Fotos". - Der Jahrgang enthält außerdem noch einen Beitrag von A(lfred) Forbrik. "Arbeiterschaft und Photographie". Viertes Heft. S. 68 f. mit 8 Tafeln (Winterlandschaften, davon zwei mit Aufnahmen von A. Forbrik).
ZVAB: Von der photographischen Darstellung im Allgemeinen und vom ...
Textausgabe: Von der photographischen Darstellung im Allgemeinen und vom photographischen Unterricht im Besonderen
In: Thüringen. Eine Monatsschrift für alte und neue Kultur. 5. Jahrgang 1929/30. Fünftes Heft. S. 81 u. 82 mit 8 Tafeln. Biermann, Aenne (d. i. Anna Sibilla Sternefeld). Published by Neustadt (Orla), F. K. G. Wagner, 1929
Der Artikeltext ist auch im Austellungskatalog...der Sachlichkeit verpflichtet, Aenne Biermann. Fotografien 1926-1932S.120-121, Museum für Angewandte Kunst Gera, 2018/2019
Aenne Biermann macht sich mit den neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet der Fototechnik vertraut, hält Vorträge bei Carl Zeiss in Jena und schafft ein in seiner Quantität bis heute nicht zu überschauendes CEvre. S. 39 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Aenne Biermann - 60 Fotos, 1930
kostenfreie Onlineausgabe der Deutschen Nationalbibliothek (DNB)
Umschlag ihres zu Lebzeiten erschienenen Buches
60 Fotos, Klinkhardt & Biermann 1930
⏪ DNB: Übersicht
60 Fotos / Aenne Biermann
Der Höhepunkt ihres Schaffens wird im Jahr 1930 markiert von der Erscheinung der von Franz Roh begründeten BuchreiheFototekdie PublikationAenne Biermann. 60 Fotos.[7] Wikipedia: Aenne Biermann – Kinderhände (1928)
Im Jahr 1930 erschien die MonografieAenne Biermann. 60 Fotos. Das WerkKinderhände(1928) ziert als Titelbild das Buchcover. In schräger Perspektive ragen die ineinander verschränkten Hände von Aenne Biermanns Tochter Helga dynamisch ins Bild. Sie sind auf einem Rechtschreibheft abgelegt, das zugleich einen gesonderten hellen Untergrund für das Schattenspiel der Finger bietet. Sowohl die feinen Hautlinien und Härchen auf den Armen der Tochter als auch die Maserung des Holztisches sind Details, die zur Bildwirkung beitragen. Die Geraer Fotografin tritt hier als begleitende Beobachterin auf, die sich der kindlichen Welt mit viel Einfühlungsvermögen nähert.
Aenne Biermanns (1889-1933) fotografische Tätigkeit begann mit der Dokumentation der ersten Entwicklungsschritte ihrer Kinder Helga und Gerd. Sind die Fotos der frühen 1920er-Jahre vor allem von familiärem Erinnerungswert, erprobte Aenne Biermann in der Folge zunehmend die Gestaltungsmöglichkeiten des Mediums. Sie richtete eine eigene Dunkelkammer ein und eignete sich als Autodidaktin das notwendige technische Wissen selbst an. Als Motive treten Mineralien, Gesteine, Pflanzen, Landschaften sowie Porträtaufnahmen neben die Kinderbilder. Enge Bildausschnitte, extreme Beleuchtungskontraste und eine ungewohnte Nähe zum Dargestellten prägen ihren Stil. Genau beobachtete Feinheiten bewirken die von Biermann angestrebteVertrautheit mit den Dingen.
Mit dem Kunstkritiker Franz Roh , dem Architekten Thilo Schoder und dem Geologen Rudolf Hundt hatte sie wichtige Förderer an ihrer Seite. Zunehmend wurden ihre Fotografien ab 1927 in Zeitschriften abgedruckt, in wichtigen nationalen und internationalen Ausstellungen der modernen Fotografie gezeigt und in Wettbewerben prämiert ...
In der Zeit der Weimarer Republik hatten Fotobücher wieAenne Biermann. 60 FotosKonjunktur. Die Werke der fotografischen Avantgarde wurden im Druck verbreitet. Franz Roh ar Herausgeber der Monografie, die als zweiter Band in der von ihm initiierten BuchreiheFototekerschien. Mit der Fototek verband er die Absicht, die Neue Fotografie der Zeit bekanntzumachen. Diese war bestrebt, dem technischen und gesellschaftlichen Fortschritt mit einem unverstellten Blick auf die Wirklichkeit Rechnung zu tragen. Die Vielfalt alltäglicher und scheinbar nebensächlicher Dinge rückte stärker in den Fokus. Laien, Berufsfotografen und Künstler experimentierten mit Perspektiven, Bildausschnitten und moderner Technik, wie den Kleinbildkameras, die erstmal auf den Markt kamen.
Die Fotobücher selbst besaßen zudem eine pädagogische Ausrichtung. Als realistische Abbildungen der Umwelt boten sie ein zu der Zeit neues Werkzeug der Wissensvermittlung. www.gera.de Aenne Biermann – Kinderhände (1928)
1930, zwei Jahre nachdem der Kunsthistoriker Franz Roh in der Zeitschrift ‚Das Kunstblatt‘ erstmals einen Beitrag über die Geraer Fotografin veröffentlichte, erscheint mit dem zweiten Band der von ihm herausgegebenen ReiheFototekdie erste Monografie, in der 60 Fotos von Aenne Biermann publiziert werden. S. 40 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Aenne Biermann und August Sander waren 1929 an der großen Wander-AusstellungFotografie der Gegenwartbeteiligt. In den Jahren 1929 und 1930 entstanden ihre FotobücherAntlitz der Zeit(Sander) und60 Fotos(Biermann). Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera, Ausgabe 2/2023, August Sander: Spiegel der Zeit – Aus dem ZyklusMenschen des 20. Jahrhunderts
A child’s handswas chosen as the cover image for a monograph by photographer Aenne Biermann (1898–1933), published in Weimar Germany (1930) as part of a small series of paperback publications edited by Franz Roh and Jan Tschichold...
Even though Biermann was published amongst the forerunners of the New Vision, as evidenced by her photobook 60 Photos, she had been forgotten for a long time. Don’t Judge a Book by Its Cover: Aenne Biermann’s 60 Photos Stoll, M., AM Journal, No. 28, 2022, S. 1−14
⏪ Video zum Buch Aenne Biermann, 60 Fotos
Hummerschere
DNB: Seite 8 aus
60 Fotos / Aenne Biermann
⏬ verschiedene Ansichten der
Fotos in der Nationalbibliothek: ⏬
Das verschollene Fotoarchiv
Was bisher bekannt ist
Die verschiedenen Literaturquellen enthalten unterschiedliche Angaben zur Menge und Art, zu verschollenen Fotos und Negativen und der Menge der bisher aufgefundenen Fotos. Es werden verschiedene Aussagen aufgelistet, ohne dass die Richtigkeit bewertet werden kann. Beim Klick auf die Quellenangabe wird möglichst versucht, zur Überschrift des kopierten Zitates auf der originalen Webseite zu springen, falls dort eine nutzbare Textmarke gefunden wurde.
Video über verschollenes Fotoarchiv ⏩
Die Künstlerin Aenne Biermann und ihre verschollenen Fotos
Als Autodidaktin fertigte sie in den 1920er- und 1930er-Jahren mehrere Tausend Fotografien an, die jedoch aufgrund des Zweiten Weltkrieges nicht mehr alle erhalten sind. Das Museum für Angewandte Kunst verwahrt einen der größten Bestände ihres Werkes in Deutschland... Der Kunstkritiker Franz Roh, der Geologe Rudolf Hundt und der Architekt Thilo Schoder zählten zu ihren Förderern. Ihre Aufnahmen wurden in wichtigen internationalen Ausstellungen der Zeit präsentiert....
Im Jahr 1932 waren ca. 3000 Negative von Aenne Biermann archiviert. Circa 400 Fotografien sind heute noch erhalten. 14. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie
Ein Container mit etwa 5000 Fotografien Aenne Biermanns wird auf dem Weg nach Palästina in Triest von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und nach Deutschland zurück geschickt. Sein Verbleib ist bis heute unbekannt. Er gilt, genauso wie die nach Auskunft von Gershon (Gerd) Biermann in Gera verbliebenen Negative, als verschollen. S. 40 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Das Museum Folkwang ist im Besitz umfangreicher Bestände dieser Vorläuferin der modernen Lichtbildkunst. Gemeinsam mit der Pinakothek der Moderne / Bayerische Staatsgemäldesammlungen, die durch die Stiftung Ann und Jürgen Wilde ein ähnlich umfangreiches Konvolut der Fotografin in ihrem Bestand hat, wird das vielfältige, aber stringente Schaffen von Aenne Biermann in der Ausstellung erfahrbar. rheinische ART 05/2020, Reiz des genauen Hinsehens
Sie wurde nur 34 Jahre alt, war in Sachen Lichtbild Autodidaktin und prägte dennoch die fotografische Moderne...
Kölner Museum Ludwig, hat in seinem Bestand nicht mehr als 24 Arbeiten, 11 Negative und 17 kleinformatige Archivabzüge von Aenne Biermann, die es nun erstmals vollständig präsentiert...
Gegen Ende der 1920er Jahre gehörte Aenne Biermann zu den innovativsten Lichtbildnerinnen Deutschlands...
Anlass für die informative Schau sind jüngst aufgetauchte Negative und Aufnahmen der Künstlerin. Das Museum Ludwig besitzt mit der Sammlung Agfa nicht nur eine umfangreiche Fotografie-Sammlung des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern auch – kaum bekannt und noch nicht vollständig aufgearbeitet – die Archive der Foto-Unternehmen Leonar-Werke und Perutz. In diesen Beständen waren Arbeiten Aenne Biermanns gefunden worden. rheinische ART 09/2018 - kulturmagazin online 09/2018
In den wenigen Jahren ihres fotografischen Schaffens hat Aenne Biermann mehr als 3.000 Negative archiviert und neben zahlreichen kleineren Formaten Abzüge bis zu einer Größe von 45 x 60 cm angefertigt.
Bis auf ein paar wenige Ausnahmen, die sich heute in der Sammlung Agfa des Museum Ludwig in Köln befinden, sind die Negative nach der Emigration der Familie in Gera verblieben und dort vermutlich einem Bombenschaden zum Opfer gefallen.
Eine umfangreiche Sendung von Aenne Biermanns fotografischem Archiv nach Palästina wurde 1939 in Triest beschlagnahmt und gilt heute als verschollen. Bis heute haben sich etwa 400 Originalabzüge der Fotografin in musealen und privaten Sammlungen in Deutschland, Europa und den USA erhalten. Aenne Biermann - Fotografin (1898-1933), Anna Volz (München) (abgerufen am 01.07.2025)
Bis zu ihrem Ableben hatte Aenne Biermann mehr als 3000 Negative inventarisiert. Die meisten davon sind verschollen. Entsprechend wertvoll sind die erhaltenen Positive, doch der Bestand geht über 400 nicht hinaus, und darin teilen sich in der Hauptsache vier deutsche Museen sowie einige Sammlungen in den USA.
Eines der deutschen Museen mit 190 Abzügen von Aenne Biermann ist das Museum für Angewandte Kunst in Gera. Und am Donnerstag ist ein weiteres Blatt hinzugekommen. Regina Scheler, Mitglied des Fördervereins, hat das Porträt Magdalena Engels aus dem Jahr 1929 im November 2024 bei einer Auktion im Kunsthaus Lempertz in Köln erworben, um es dem Geraer Museum als Dauerleihgabe zu überlassen. Regina Scheler bringt ein Porträt von 1929 nach Gera und übergibt es an das Museum für Angewandte Kunst - Thüringische Landeszeitung (Gotha) 1 Mar 20250, lrike Kern
Aenne Biermann: Blick aus meinem Atelierfenster, 1929.
DNB: Seite 28 aus
60 Fotos / Aenne Biermann
Früher Tod und Zerstreuung von Biermanns Werk
Aenne Biermann arbeitet noch zwei Jahre lang intensiv, bis sie 1932 erkrankt und im darauffolgenden Jahr im Alter von nur 34 stirbt. Courtesy Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
Im Jahr 1932 erkrankte Aenne Biermann an einem Leberleiden und nach einem längeren, erfolglosen Kuraufenthalt, verstarb sie mit nur 34 Jahren am 14. Januar 1933 in Gera – wenige Tage vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Aenne Biermann auf Wikipedia
Um das Jahr 1931 wird ihr ungestümer Arbeitseifer jäh gebremst. Sie zieht sich eine schwere Krankheit zu, von der sie nicht genesen wird. Am 14. Januar 1933 erliegt sie ihrem Leiden. 12
»... vielleicht hat ihr die Arbeit bis tief in die Nacht hinein beim Vergrößern und Entwickeln in der Dunkelkammer den Keim zu ihrer schweren Krankheit eingegeben. Nur ihr eiserner Wille gab ihr die Kraft, all das zu tragen, was ihr die letzten Jahre an Krankheit zu ertragen aufgaben. « 13Anmerkungen
2 Rudolf Hundt - Zum Gedenken an Änne Biermann in: Geraer Kulturspiegel, Heft 4, Gera 1947, S. 14-15
3 Mitteilung der ehemaligen Köchin der Familie, Frau Olga Goldschmidt, in einem Gespräch mit dem Autor am 12. März 1998
5 siehe: Ute Eskildsen, Aenne Biermann 1898 - 1933 Der Blick aufs Alltägliche, in: Aenne Biermann Fotografien 1925 - 1933, Berlin 1987, S. 8
Frank Hrouda S.39 + Hinweise zum Tod Aenne Biermanns im Heft 37 des Naturkundemuseums
12 Um welche Krankheit es sich konkret handelt, ist nicht bekannt. Während Ute Eskildsen von einer Leberkrankheit spricht (siehe Anm. 5, S. 18), berichtete die Köchin der Familie Biermann von einem Nierenleiden (siehe Anm. 3)
13 siehe Anm. 2 a.a.O.
Wie ihre Schwiegereltern fand Aenne Biermann ihre letzte Ruhestätte auf dem Geraer Ostfriedhof.
Aufgrund der Bedeutung der Familie Biermann für die Stadt Gera, hat sich der Verein Bürgerschaft FÜR GERA e.V. dazu entschlossen, die Patenschaft für dieses Grabmal zu übernehmen.
...in enger Abstimmung mit dem Amt für Stadtgrün und dem Denkmalschutz weitere Maßnahmen zur Pflege des, aufgrund seiner künstlerischen, geschichtlichen und wissenschaftlichen Bedeutung als erhaltenswert eingestufte Grabmal, in Angriff nehmen. Übernahme Patenschaft Grabmal Familie Biermann Pressemitteilung der Fraktion Bürgerschaft FÜR GERA
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten erlebt die Fotografin selbst nicht mehr, doch ihre Familie leidet unter Repressionen und verlässt das Land nach und nach.
Die Fotografien Biermanns können sie dabei nicht mitnehmen und so ist der Großteil von Aenne Biermanns Werk heute zerstört oder verschollen. Etwa 400 Originalabzüge der Fotografin befinden sich in musealen und privaten Sammlungen in Deutschland, Europa und den USA. Courtesy Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
Ein künstlerisches Werk wurde zerstört
Empfangsbestätigung der beschlagnahmten Liftvans, 11. Mai 1944. Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-09-24, Nr. 187/59
Ein Container mit etwa 5000 Fotografien Aenne Biermanns wird auf dem Weg nach Palästina in Triest von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und nach Deutschland zurück geschickt. Sein Verbleib ist bis heute unbekannt. Er gilt, genauso wie die nach Auskunft von Gershon (Gerd) Biermann in Gera verbliebenen Negative, als verschollen. S. 40 im Heft 37 des Naturkundemuseums
1940, auf der Flucht der Familie Biermanns nach Palästina, wurden in Triest 4.000 Negative von den Nazis konfisziert. Nur etwa 300 Originalabzüge, die Biermann selbst entwickelt hatte, sind heute in internationalen Museen erhalten. NGfZK - Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst - Amnesia Gera
Die beiden Liftvans kommen nie in Palästina an. Sie gelangen nur bis in den Freihafen von Triest, wo sie wegen des Kriegsausbruchs nicht weiterbefördert werden... 1944 wird auch der Liftvan von Herbert Biermann geplündert. Der verwertbare Inhalt wird nach Berlin gebracht.
Was mit Aenne Biermanns Kunstwerken passiert ist, bleibt rätselhaft. Sind sie vernichtet worden? Oder befanden sie sich gar nicht im Liftvan?
Die in Gera verbliebenen Negative und Abzüge werden bei einem Bombenangriff vernichtet. So wird durch Verfolgung und Krieg fast ein gesamtes künstlerisches Werk zerstört... Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Aenne Biermann Projekt Kunst-Raub-Rueckgabe.de
Die nationalsozialistische Verfolgung und Enteignung ihrer Familie erlebte sie nicht mehr. Sowohl ihr Mann als auch ihre Kinder konnten nach Palästina emigrieren.
Die Fotografien von Aenne konnten sie dabei nicht mitnehmen und so wurde ihr etwa 3000 Negative umfassendes Archiv in Triest beschlagnahmt, nach Deutschland zurückgeschickt und gilt seither größtenteils als zerstört oder verschollen. Etwa 400 Originalabzüge der Fotografien befinden sich jedoch in musealen und privaten Sammlungen in Deutschland sowie anderen europäischen Ländern und den USA. Aenne Biermann auf Wikipedia
Die Hoffnung bleibt, dass sich doch eines Tages klärt, was mit dem Inhalt des Liftvans passiert ist, und vielleicht noch weitere Kunstwerke dieser so besonderen Künstlerin gefunden werden. Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Aenne Biermann Projekt Kunst-Raub-Rueckgabe.de
Ein Brief aus Haifa
Kabinettausstellung Museum für Angewandte Kunst
Ein Brief aus Haifa.
Ausstellungskatalog - Museum für Angewandte Kunst (31. Januar 2024 - 28. Mai 2024)
DNB: Ein Brief aus Haifa
Herbert Biermann schreibt aus der Diaspora im Jahr 1947 an seinen Geraer Freund Martin Engels.
Ein Brief aus Haifa - Inhaltsverzeichnis im Katalog der deutschen Nationalbibliothek (DNB) Inhaltsverzeichnis: https://d-nb.info/1318443873/04
Warum Gera einem Brief aus Palästina eine ganze Ausstellung widmet
Zwei seltene Porträtbilder, aufgenommen von der Fotografin Aenne Biermann sowie einen Brief ihres Ehemanns Herbert aus dem Exil 1947 in Haifa hat das Museum für Angewandte Kunst in Gera als Geschenk erhalten. Eine neue Ausstellung zeigt die besonderen Gaben der Münchner Galerie Pixis. Erst die wissenschaftliche Aufarbeitung eines Historikers hat die Schau ermöglicht...
Aenne Biermann (1898-1933) zählt zu den festen Größen der 'Neuen Fotografie' und ihr Name ist fest verbunden mit der thüringischen Stadt Gera, in die sie 1920 mit ihrem Ehemann Herbert zog. Ihre Fotografien sind auf dem Kunstmarkt eine Seltenheit. Umso größer war die Überraschung und Freude in Gera, als die Münchner Galerie Pixis zwei Werke und einen Brief dem Förderverein des Museums für Angewandte KunstFreunde des Ferberschen Hausesschenkte.
In dem Brief sind so viele Worte und diese Worte beleuchten Schicksale, zeigen Personen auf. Und je mehr wir von dem Brief erfahren haben, umso mehr Türen und Fenster haben sich geöffnet, schwärmt Sigrid Müller, Vorsitzende des VereinsFreunde des Ferberschen Hauses. MDR: Warum Gera einem Brief aus Palästina eine ganze Ausstellung widmet
Anlass der Ausstellung ist die Schenkung zweier Fotografien Aenne Biermanns (1898 – 1933) an den besagten Förderverein des Museums für Angewandte Kunst. Ebenfalls Teil der Schenkung ist ein zeitgeschichtliches Dokument, ein Brief von Herbert Biermann, Ehemann der Geraer Fotografin Aenne Biermann aus dem Exil in Palästina. Der aus Deutschland geflohene Biermann schreibt 1947 seinem Freund Martin Engels aus der neuen Heimat und blickt auf die gemeinsame Zeit in Gera zurück.
Auf sechs handgeschriebenen Seiten reflektiert Herbert Biermann über die Freundschaft der beiden Familien Engels und Biermann, über seinen Freundeskreis in Gera und die Flucht nach Haifa mit den damit verbundenen Verlusten. studiogera.de: KABINETT-AUSSTELLUNGEIN BRIEF AUS HAIFA
Der aus Deutschland geflohene Biermann schreibt 1947 seinem Freund Martin Engels aus der neuen Heimat und blickt auf die gemeinsame Zeit in Gera zurück. Auf sechs handgeschriebenen Seiten reflektiert Herbert Biermann über die Freundschaft der beiden Familien Engels und Biermann, über seinen Freundeskreis in Gera und die Flucht nach Haifa mit den damit verbundenen Verlusten. Ein Brief aus Haifa - Kabinettausstellung Museum für Angewandte Kunst Gera
In der Zeit des dritten Reiches sieht sich die Familie Biermann auf Grund ihrer jüdischen Abstammung wachsenden Repressionen und Verfolgungen ausgesetzt. Das Kaufhaus wird 1938 arisiert. Im Jahre 1940 gelingt es Herbert Biermann schließlich, zu seinen Kindern Gerd und Helga nach Haifa auszuwandern, die sich bereits seit 1935 bzw. 1939 dort aufhalten. S. 40 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Die Ausreise war daher einer Flucht geglichen, bei welcher ich mich in einen Wettlauf mit den damaligen politischen und kriegerischen Verhältnissen versetzen musste. Es war damals aller Grund davon auszugehen, dass durch den Kriegseintritt Italiens das Mittelmeer vollkommen gesperrt sein wird.Herbert Biermann an seinen Geraer Freund Martin Engels Die Familie flieht nach Palästina
Fotos zu Brief aus Haifa:
- Auszug aus dem Brief von Herbert Biermann an Martin Engels , ca. 1947
- Porträt Martin Engels , um 1930
- Porträt Gerdrut Engels , um 1930
- o. T. (Herbert Biermann) , ca. 1928
Handgeschriebene Zeilen eines einst bedeutenden Kaufmannes aus Gera. Herbert Biermann schreibt an Martin Engels.
Ostthüringer Zeitung, 04.09.2024
am Standort des ehemaligen Kaufhauses in Gera:
Stolpersteine für die Biermann Familie - Inschriften
Die Geschwister Erich, Herbert und Lilli Biermann, Erichs Ehefrau Edith, Herberts Verlobte Hilde Sternefeld, Lilli Moses gesch. Paul... 5 Stolpersteine gesetzt am 7.6.2010...
Hilde als Dame mit Monokel
1928/1929, aus Aenne Biermann - 60 Fotos
1930 ⏩
zur Onlineausgabe der Deutschen Nationalbibliothek (DNB)
Hilde vertrat sechs Jahre lang die Mutterstelle bei Aennes Kindern. Ihre Heiratsabsichten und gemeinsame Ausreise mit Herbert wurden vom Standesamt Gera durch Anwendung der nationalsozialistischen Rassegesetze mehrfach abgelehnt…
Hilde Sternefeld starb 1942 in der Milbitzer Heilanstalt. Sie wurde 45 Jahre alt...
HILDE STERNEFELD
GEB. NOELLE
JG. 1887
GEDEMÜTIGT / ENTRECHTET
TOT 10.10.1942
...Hilde an bösartigen Folgen einer alten Gastritis Ende 42 gestorben,...
aus Herbert Biermanns Brief aus der Diaspora im Jahre 1947, Seite 2
Am Freitag, den 27.6. 2010 nachts wurden alle fünf von Unbekannten ausgegraben, gestohlen und bis heute nicht wieder aufgefunden. Am 6.2.2011 wurden alle 5 neuangefertigte Steine ersatzweise am gleichen Ort gesetzt. Stolpersteine Gera - Biermann, Familie
Familie Biermann und das größtes Türinger Textilkaufhaus
Familie, Unternehmen und die Villa, unter Nutzung der Erkenntnisse von
Dahliengarten Gera,
Bürgerinitiative Luboldt-Garten und
Stolpersteine Gera
Gera, Johannisplatz mit dem Textilkaufhaus Biermann.
Stadtarchiv Gera, A 2968
Im Jahr 1891 bezog Max Biermann das auf dem Boden des ehemaligen alten Stadtschlosses (wahrscheinlich das Schlosspalais) neu erbaute Geschäftshaus Johannisplatz 8. Durch Hinzunahme eines Teils des benachbarten alten Kollegienhofes konnte im Jahre 1907 das (1945 zerbombte) große Geschäftshaus mit 6.500 qm Nutzfläche errichtete werden. Juden in Gera II, Werner Simsohn, 1998, S. 26
Die Gründungsurkunde der israelitischen Gemeinde Gera trägt die Unterschrift von Max Biermann. Max Biermann übte auch das Amt des Vorbeters aus. Erich und Edith Biermann, sowie Hilde Sternefeld gehörten noch 1939 dem Vorstand an. Herbert Biermann und Hilde Sternefeld gehörten auch dem Vorstand derLiterarischen GesellschaftGera an. stolpersteine-gera.de: Biermann, Familie
Mit großzügigen Spenden unterstützte die Familie u.a. den Bau des Thilo-Schoder-Brunnens im Dahliengarten oder auch den Neubau des Geraer Theaters. Übernahme Patenschaft Grabmal Familie Biermann
1928 zum 50-jährigen Geschäftsjubiläum wurden 200 kaufmännische Angestellte, 120 Näherinnen und 50 Heimarbeiterinnen beschäftigt. Anläßlich dieses Jubiläums spendete die Firma 5000 RM zur Errichtung des Brunnens im Dahliengarten. Dahliengarten Gera - Firma Max Biermann
Es wurde ein Wettbewerb zur Erlangung der Entwürfe für die Brunnenanlage veranstaltet. Als Sieger ging der Entwurf von Thilo Schoder ‚Dahlie‘ hervor Dahliengarten Gera - Geschichte
1930 wurde ein von der Kaufhausbetreiberfamilie Biermann gespendeter Brunnen aufgestellt; ein Werk Thilo Schoders . Dahliengarten (Gera) - Firma Max Biermann
Dieser Brunnen ist im Bauhausstil gestaltet, wurde oft mit Zwirnsrollen verglichen und stellt dadurch den Bezug zu der Firma Max Biermann her. Dahliengarten Gera - Brunnenwettbewerb
Im Jahr 1936 wurde in der Ratsherrensitzung angeregt, den Brunnen abzureißen, da er ein Geschenk des Juden Biermann sei...
In der Zeit des 2. Weltkrieges ab 1939 wurde der Garten nicht mehr als Dahliengarten genutzt. Bis 1945 diente er dem Krankenhaus als Anbaufläche zur Versorgung. Dahliengarten Gera - Geschichte
... Thilo Schoder hatte zwei Jahre zuvor die Wohnung, das Haus der Familie Biermann (aus)gebaut. Und durch die Abbildung des Arbeitsraums der Fotografin Anne Biermann stieß Müller-Wolkow dann auf die Künstlerin, auf die Fotografin... Prof. Dr. Rainer Stamm – Direktor Landesmuseum Oldenburg In: BR: Aenne Biermann Projekt: Kunst-Raub-Rueckgabe.de ab Minute 3
Durch die Weltwirtschaftskrise bleiben die Aufträge ab Beginn der 30er Jahre aus und durch die nationalsozialistische Regierungsbeteiligung bleibt ihm auch der Posten als Direktor der Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar verwährt. Im März 1932 muss er sein Büro wegen fehlender Aufträge schließen und er emigriert nach Norwegen, dem Heimatland seiner zweiten Ehefrau Bergljot.
1940 - Internierung durch die Gestapo in Norwegen Dahliengarten Gera - Thilo Schoder
60 Fotos / Aenne Biermann
Familie Biermann trifft die volle Brutalität der rassistischen Verfolgung
Kurz nach Aenne Biermanns Tod kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Die jüdische Familie Biermann trifft die volle Brutalität der rassistischen Verfolgung.
Herberts Schwager Dr. Rudolf Paul erinnert sich:Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie am 1.4.1933 die Eingänge zum Geschäftshaus Biermann von SA-Abteilungen besetzt wurden, wobei diese bestrebt waren, die Käufer am Betreten des Geschäftes zu hindern.
Herbert Biermann muss das große Textilkaufhaus, das er mit seinem Bruder Erich führt, und die Villa der Familie unter Zwang verkaufen. Beim Novemberpogrom 1938 werden beide Brüder ins KZ Buchenwald verschleppt und drei Wochen inhaftiert – drei Wochen des Grauens, wie Herbert rückblickend schreibt.
Die Schwester Lilli Paul wird deportiert und ermordet. Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Aenne Biermann Projekt: Kunst-Raub-Rueckgabe.de
Hilde Sternefeld trat zur jüdischen Religionsgemeinschaft über. Beide beabsichtigten 1939 zu heiraten, was ihnen von den Nationalsozialisten verwehrt wurde...
Helga und Gerd sowie Günter mussten 1934 die Schule verlassen und kamen in ein jüdisches Landschulheim Caputh in der Nähe von Potsdam. Helga und Günter gingen mit 15 Jahren nach Palästina. Gerd besuchte bis 1939 das jüdische Gymnasium Siegmundshof in Berlin und konnte nach Palästina auswandern...
Herbert und Erich Biermann wurden nach der Progromnacht am 10.November 1938 verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Nach einigen Wochen und ihrer Rückkehr aus Buchenwald mussten sie ihren Besitz und damit auch das Anwesen in der Wilhelmstraße 1 verkaufen. [3]
Erichs letzte Geraer Wohnung befand sich im Haus Blücherstraße 11. Er und seiner Frau gelang nach Kriegsbeginn die Ausreise in die USA (Brooklyn).
Herbert Biermann und Hilde Sternefeld erhielten die Zuweisung insJudenhausAgnesstraße 4. Erst nach Kriegsausbruch Anfang 1940 konnte er über Südosteuropa nach Haifa zu seinen Kindern auswandern.
Nach schwerer Krankheit verstarb Hilde Sternefeld im Oktober 1942 in den Milbitzer Heilanstalten.[4]
[3] Quelle: Artikel aus TLZ vom 22.2.1997,Die Villa wurde ein Treff der Künstlervon Karin Lange
[4] Quelle: Juden in Gera II; Werner Simsohn ; Hartung-Gorre Verlag Konstanz 1998; Seite 25 ff, 228f. Bürgerinitiative Luboldt-Garten Familie Biermann
In der Zeit des dritten Reiches sieht sich die Familie Biermann auf Grund ihrer jüdischen Abstammung wachsenden Repressionen und Verfolgungen ausgesetzt. Das Kaufhaus wird 1938 arisiert. Im Jahre 1940 gelingt es Herbert Biermann schließlich, zu seinen Kindern Gerd und Helga nach Haifa auszuwandern, die sich bereits seit 1935 bzw. 1939 dort aufhalten. S. 40 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Familie Biermann und die Villa
1919 – die Villa der Familie (Luboldt) wurde an den Warenhausbetreiber Max Biermann verkauft. Seine Söhne Herbert und Erich beziehen die Villa mit ihren Familien. Damit kommt auch Aenne Biermann, seit 1920 die Ehefrau von Herbert Biermann, als Bewohnerin der Villa nach Untermhaus, später auch deren Kinder Helga und Gerd.
1922 – die Villa galt als Treffpunkt für Maler und Architekten. Einige Zimmer sollen nach Entwürfen des Geraer Architekten Thilo Schoder eingerichtet worden sein.
1938 – das Biermann-Kaufhaus geht in den Besitz der Firma Braun & Co über. Erich Biermann gelang es, nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager Buchenwald, zusammen mit seiner Ehefrau in die USA auszuwandern. Herbert Biermann hingegen wanderte zu Beginn des Jahres 1940 nach Palästina aus, zuvor war er gezwungen worden, die Villa zu verkaufen.
1990 – Anfang der 1990er Jahre räumte die städtische Einrichtung die Immobilie. Die Familie Biermann hatte wie auch den Grund und Boden des einstigen Kaufhauses an der Johannisstraße zurück bekommen.
2008 – Zwangsversteigerung der Immobilie. Jahrelanger Leerstand hat der Biermann-Villa in der Leibnizstraße 1 derart zugesetzt, dass das Gebäude jetzt mit der Einstufungabbruchreifzur Zwangsversteigerung kommt. Villa Luboldt/Biermann Ein kurzerLebenslauf
Jüdisches Leben in Gera
Die Synagogen und der jüdische Beitrag zur Entwicklung der Stadt erstellt mit
Unterstützung durch das Stadtarchiv Gera
Synagoge im ehemaligen Hotel 'Kronprinz'
In Gera bestand bereits im Mittelalter eine jüdische Gemeinde. Erstmals wurden Juden in der Stadt 1331 erwähnt.
In der Jüdengasse
, zwischen Markt und Kornmarkt, wohnten vermutlich keine jüdischen Familien bzw. schlugen Juden dort an Markttagen ihre Stände auf. Da seit 1580 eine Familie Jüde in Gera bezeugt ist, ..., erscheint es wahrscheinlicher, dass die Familie in der Jüdengasse Besitz hatte...
Seite 159, Die Straßennamen von Gera von A bis Z, Siegfried Mues, 2020 .
Man distanzierte sich auch in Gera bewusst von den Juden, als geborene Händler und Wucherer
, die im Mittelalter kaum andere Möglichkeiten hatten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, siehe dazu William Shakespeare, der das Drama eines jüdischen Geschäftsmannes um das Jahr 1600 literarisch verarbeitet hat.
⏩ Der Kaufmann von Vendig
Verknüpft ist ein Artikel zur Sozialgeschichte eines antisemitischen Stereotyps.
Es kann vom Stadtarchiv nicht nachgewiesen werden, ob die Judenverfolgungen in Thüringen 1303 oder im Verlauf der Pestepidemie 1348/1349 auch Gera erreichten. Ob die Juden zu Beginn des 16.Jahrhunderts auch aus Gera vertrieben wurden, ist aus den vorliegenden Quellen nicht zu erschließen. (1450 brannte das Rathaus mit dem dort untergebrachten Archiv während des sächsischen Bruderkrieges vollkommen nieder und durch den Stadtbrand von 1780 kam es nochmals zu einer nahezu völligen Vernichtung des städtischen Archivs.)
In den 1920er Jahren war die Judenschaft in Gera die personell zweitstärkste in Thüringen, nach Erfurt. 1925 lebten 510 Juden in Gera, im März 1944 waren es nur noch 14 jüdische Mitbürger.
Bereits Ende der 1920er Jahre kam es in Gera zu völkischen Rüpeltaten
, wie die Ostthüringische Tribüne
vom September 1927 vermeldete. Schaufenster jüdischer Geschäfte wurden eingeschlagen. Die Judenschule im Meistergäßchen wurde ‘entrümpelt’. Außerdem wurden sämtliche jüdische Geschäfte in der Stadt geschlossen. Jüdische Männer wurden festgenommen und unter dem Gejohle der Menge... in Arrestzellen gesperrt und anschließend ins KZ Buchenwald verschleppt.
Ende Oktober 1938 wurden etwa 140 Geraer Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit in Richtung Polen abgeschoben. Die in Gera verbliebene jüdische Bevölkerung musste in Judenhäuser
umziehen, die sich in der Schulstraße 16, Agnesstraße 4 und Zschochernstraße 32 befanden.
Der Endlösung
zum Opfer gefallen sind mehr als 200 gebürtige bzw. längere Zeit in der Stadt ansässig gewesene Geraer Juden, laut Angaben der Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem und des Gedenkbuches – Opfer der Verfolgung der Juden...
.
Von den Bürgern jüdischen Glaubens starben 211 Menschenn; die anderen konnten rechtzeitig emigrieren, sodass zum Kriegsende 1945 in Gera noch sechs Juden – vier Frauen und zwei Kinder – lebten. ⏩ Das Jahr 1945 | Befreiung vom Faschismus | Gera)
Geras Juden leisteten einen großen Beitrag zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung der Stadt. Aus dem 1878 vom jüdischen Kaufmann Max Biermann gegründeten kleinen Textilhaus entwickelte sich in den Folgejahrzehnten das größte Geschäftshaus in Gera.
Bekannt ist auch der Schoder-Brunnen im Dahliengarten als „Biermanns Zwirnsrollen“. Max Biermann hat den Brunnen bezahlt. Er spendete für den Neubau des Geraer Theaters. ⏩ Stolpersteine Gera: Biermann, Familie
1938 wurde das Kaufhaus arisiert
und ging in den Besitz der Firma Braun & Co über. Eines der bekanntesten Unternehmen in Gera leiteten Hermann und Oskar Tietz. Der Warenhauskonzern Tietz wurde bereits 1935/1936 arisiert
und als Hertie
weitergeführt.
Bereits im Mittelalter war eine Synagoge (Judenschule
) für das Jahr 1502 bezeugt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde eine Synagoge in der Leipziger Straße eingerichtet (Tempel nach 1885). Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Gottesdienste in einem Hintergebäude (Obergeschoss eines Seitenflügels) des damaligen Hotels 'Kronprinz' am Rossplatz (heute 'Platz der Republik') abgehalten. Daneben gab es Beträume verschiedener orthodoxer Richtungen, ein größerer Betraum (orthodoxe Synagoge) war bis 1938 in der Hospitalstraße 4, heute Karl-Liebknecht-Straße.
1933 lebten 378 jüdische Personen in der Stadt. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
Am 28. Oktober 1938 wurden 140 sogenannte Ostjuden aus allen Stadtteilen abgeholt und zur Ausreise gezwungen; sie wurden an die deutsch-polnische Grenze transportiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die beiden Synagogen geschändet und demoliert (s.u.). Die meisten der jüdischen Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Bis 1939 wurden die letzten jüdischen Geschäfte arisiert
.
Für die noch in der Stadt lebenden jüdischen Personen wurden sogenannte Judenhäuser
eingerichtet: das Haus der Familie Borenstein in der Schulstraße 16 (heute Hußstraße), das Haus der Familie Birnbaum in der Agnesstraße 4 (heute Gagarinstraße) und das Haus Zschochernstraße 32. 1942 wurden noch 64 jüdische Einwohner gezählt. Die meisten von ihnen wurden bei zwei Deportationen in diesem Jahr in Vernichtungslager verbracht: am 9. Mai 1942 waren es 34 jüdische Personen aus 18 Familien, darunter sechs Kinder, am 19./20. September 1942 weitere 14 jüdische Personen.
⏩ Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Synagogen im Hotel Kronprinz
und in der Hospitalstraße durch NS-Anhänger geschändet. Alles von Wert wurde von plündernden Bürgern entwendet. Die Einrichtungs- und Kultgegenstände wurden herausgerissen und auf dem Gelände des Rossplatzes verbrannt. Von einer Brandlegung des Synagogenraumes sah man wegen der Gefährdung der umstehenden Gebäude ab. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel Kronprinz
zerstört, mit dem Betsaal im Hintergebäude.
Auf dem städtischen Ostfriedhof, in unmittelbarer Nähe eines Massengrabes, erinnert ein Gedenkstein mit den Namen an die fast 450 jüdischen Opfer aus den Außenlagern Rehmsdorf und Gleina des ehemaligen KZ Buchenwald, die im Krematorium eingeäschert wurden. Ihre Asche wurde anonym in einer Ecke des Ostfriedhofes verstreut.
Auf Initiative des Jüdisch-Deutschen Kulturvereins Gera wurde im Oktober 2012 eine Gedenktafel im Gebäude des Hauptbahnhofes angebracht, die namentlich an die Deportationsopfer erinnert.
Die Stadt Gera beteiligt sich seit 2008/2009 auch am Stolperstein
-Projekt.
Über 116.000 Stolpersteine
wurden bisher in Europa verlegt, 124 davon allein in Gera.
⏩ Gerda: Gera ist eine Stadt mit Geschichte, aber auch der Haltung
In Gera geborene und/oder längere Zeit am Ort wohnhafte jüdische Personen, die in der NS-Zeit umgekommen sind:
(Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
)
Portal der Synagoge - Sandsteinplastik, 1988
✡ ehemalige Standorte von Synagoge, Betraum und jüdischer Schule ✡
- Betsaal im Hintergebäude des nicht mehr bestehenden Hotel 'Kronprinz', Schülerstraße/Ecke Anna-Schneider-Weg
(heute 'Platz der Republik'), Information Stadtarchiv Gera - orthodoxe 'Ost'-Juden besaßen in der Hospitalstraße 4 einen eigenen Betraum (heute Karl-Liebknecht-Straße)
meist geflohen vor den dort ab den 1880er Jahren einsetzenden Pogromen, Information Stadtarchiv Gera - die Judenschule im Meistergäßchen (heute Gera-Arcaden)
Der Name rührt von dem außerhalb der Stadt gelegenen Haus des Scharfrichters her, auch Meisterei genannt. Schon durch den Bombenangriff am 06.04.1945 schwer zerstört, wurden die letzten Gebäude in diesem Areal Anfang der 1960er Jahre zum Bau des Interhotels abgerissen. Information Stadtarchiv Gera
Im November 1988 zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome wurde ein Denkmal für die zerstörte Synagoge eingeweiht,
eine Sandsteinplastik des Bildhauers Wieland Schmiedel.
Das Denkmal besteht aus vier Teilen.
- Einem zerbrochenen Synagogeneingang mit der Inschrift: 'Synagoge zu Gera 9.11.1938' und drei Steinplatten,
die davor im Boden liegen. - Die mittlere, kleinere Steinplatte zeigt eine Menora, einen siebenarmigen, jüdischen Leuchter.
- Auf der linken Inschriftenplatte ist geschrieben: 'Die Pogromnacht des 9. November 1938 brachte Zerstörung,
unendliches Leid und Tod über unsere jüdischen Mitbürger'. - Auf der rechten Inschriftenplatte ist geschrieben: 'Sechs Millionen Juden wurden von 1933 bis 1945 Opfer des deutschen Faschismus'.
Informationsquellen
⇐ Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
⇐ Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum
⇐ jüdisch-israelische Kulturtage in Thüringen 2025
Werner Simsohn, Juden in Gera, Band 1
Helmut Eschwege, Geschichte der Juden im Territorium der ehemaligen DDR, Band II, S. 899 f.
Ferdinand Hahn, Geschichte von Gera und dessen nächster Umgebung, Seite 288
In der Nacht vom 12. zum 13. Januar 1930 wurde die im Lauf der Jahrhunderte bereits stark verwitterte Figur durch einen Sturm zerstört. Zur Wiederherstellung des Brunnens bildeten Geraer Vereine einen Ausschuss zur Wiederherstellung des Simsonbrunnens unter Vorsitz des Pfarrers Franz Simcik. Durch Spenden der Bevölkerung in der damals wohlhabenden Industriestadt konnte die Figur originalgetreu nachgebildet und 1932 wieder aufgestellt werden... Wikipedia: SimsonbrunnenGera
Hitler sprach mehrfach auch in Gera, aber nur einmal auf dem Marktplatz, als der Simsonbrunnen wegen eines Unwetters zerstört war. In der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus gab es auch Stimmen gegen den Wiederaufbau des Simsonbrunnen auf dem Markt, wurde vom Kulturbund Gera e.V. berichtet. Mit bürgerschaftlichem Engagement begann die Wiederherstellung des Simsonbrunnens in der Zeit der ersten Regierungsbeteiligung der Nationalsozialisten im Landtag von Thüringen 1930. Ab 1924 wurden rechte Regierungen toleriert, zuerst durch Ersatzorganisationen für die von Juli 1922 bis 1925 in Thüringen verbotene NSDAP. Siehe hierzu auch LeMO: Die Neugründung der NSDAP 1925 Im Anblick des jüdischen Helden auf dem Markt, führten die Nationalsozialisten Veranstaltungen und Aufmärsche durch und einige störten sich laut Stadtmuseum auch an dem jüdischen Helden mitten auf dem Marktplatz.
Nach dem 1. Weltkrieg nutzte die jüdische Gemeinde in Gera ein Hintergebäude des HotelKronprinzals Synagogenraum. Während des Pogroms im November 1938 wurde dieses zerstört, in der DDR am früheren Standort ein Denkmal errichtet, entworfen von Bildhauer Wieland Schmiedel. Es zeigt ein zerbrochenes Eingangsportal, bei dem das herabgestürzte Stück den Davidstern darstellt... Jüdisches Leben in Gera, Historischer Stadtrundgang - mit Lydia Raupach & Steffi Kopp
Nach Kriegsende bildete sich in Gera wieder eine Synagogengemeinde innerhalb des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden Thüringens; zu ihr gehörten auch die Juden von Altenburg und Greiz. Allerdings war ihre Personenzahl so gering, dass die Gottesdienste in Erfurt besucht wurden. Wenige Jahre später löste sich die Geraer Gemeinde auf. Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum Gera (Thüringen)
Rudolf Hundt und Aenne Biermann
eine produktive Zusammenarbeit
Das Kaufhaus Biermann nach der erfolgten
Arisierungdurch die Firma Braun & Co.
Stadtarchiv Gera A 2880
Die Verbindung zwischen Rudolf Hundt und der Familie Biermann begann nicht erst 1927 mit dem Beginn des Fotografierens durch Aenne Biermann. Schon während des 1. Weltkrieges sollen sich Rudolf Hundt und Herbert Biermann, der nach seinem militärischen Dienstjahr zu Beginn des Krieges eingezogen wurde, kennengelernt haben.14
Wieder in Gera eingetroffen, kannte Hundt also bereits Herbert Biermann. In der Villa, die beide Brüder mit ihren Familien bewohnten, trafen sich meist freitags viele illustre Gäste zu einer Art geselligen Runde mit anschließendem Essen.15
Herbert Biermann galt als großer Kenner und Wertschätzer von Literatur, vor allem von moderner (ESKILDSEN, 1987).
Angesichts seiner generellen Affinität zu künstlerisch ambitionierten und dadurch interessanten Persönlichkeiten ist der Kontakt zu Hundt und dessen regelmäßige Teilnahme an diesen Runden leicht zu erklären. Auch Treffen außerhalb der häuslichen Verhältnisse in Cafés fanden zwischen Rudolf Hundt und Herbert Biermann statt.
Durch diese engen freundschaftlichen Kontakte entstand auch der Kontakt zur Ehefrau Herberts, Aenne Biermann. Der nur wenige Jahre andauernden Zusammenarbeit zwischen beiden ging 1927 die Bitte Hundts voraus, für ihn geologische Objekte (»Steine«) zu fotografieren, damit er die entsprechenden Aufnahmen zur Illustration seiner Publikationen nutzen konnte...
Etwa 1927 lernt die engagierte Knipserin 6 den Lehrer und leidenschaftlichen Geologen Rudolf Hundt kennen... S. 33 im Heft 37 des Naturkundemuseums
…und aus dem Fotografieren fürs Familienalbum eine ernstzunehmende Kunst
Gera lässt sich die Gelegenheit entgehen, das Wohnhaus einer berühmten Künstlerin der Stadt als Ausstellungshaus zu erhalten
FAZ: Fotovilla in Gefahr
Bald fotografiert sie nicht mehr nur für das Familienalbum, sondern beginnt, sich ernsthaft mit der Fotografie zu beschäftigen. Angestoßen wird dieser Prozess durch das Fotografieren von Gesteinen. Ein befreundeter Geologe, Rudolf Hundt, bittet sie, Gesteinsproben abzulichten.Durch diese Aufgabe wurde ich zu einer genaueren Beschäftigung mit den technischen Vorbedingungen hochwertiger Bilder gezwungen,erinnert sich Aenne Biermann.
Sie sammelt selbst auch Gesteine. Teile ihrer Sammlung sind in der Vitrine in der Schrankwand ausgestellt. Den modernen Raum hat der mit den Biermanns befreundete Architekt Thilo Schoder gestaltet. Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Aenne Biermann - …und aus dem Fotografieren fürs Familienalbum eine ernstzunehmende Kunst
Aenne Biermann ist selbst eine begeisterte Sammlerin von Mineralien. Auf einem Foto ihres, vom Architekten und Henry van de Velde-Schülers Thilo Schoder (1888- 1979) im Jahre 1926 entworfenen Damenzimmers, ist deutlich die Vitrine für ihre geologischen Sammlerstücke zu erkennen (Abb. 3, S. 3.5). S. 34 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Erst mit präzisen und scharfen Ablichtungen von Graptolithen-Platten und Gesteinen für den Geraer Laien-Geologen und Heimatforscher Rudolf Hundt (1889–1961) setzte eine Form professioneller Arbeit ein, die stilistisch der Neuen Sachlichkeit entsprach. Innerhalb weniger Jahre verstand es Biermann, mit derartigen Sachaufnahmen sowie Portraits, Landschaftsbildern und Stillleben auf sich aufmerksam zu machen. rheinische ART 05/2020, Reiz des genauen Hinsehens
Mit Steinen und Versteinerungen gemeinsamer Exkursionen begann es und in den photographischen Kunstwerken, die in den großen internationalen Photoausstellungen von ihr hingen, vollendete sich ihre Entwicklung...
Im Goethejahr 1932 photographierte sie in Weimar die einzelnen Kristallgruppen der Goetheschen Steinsammlung, die in gemeinsamer Arbeit mit Alfred Bogenhard erschien. Rudolf Hundt - Zum Gedenken an Änne Biermann in: Geraer Kulturspiegel, Heft 4, Gera 1947, S. 14-15
...auch viele Jahre später nutzte Hundt die ihm zur Verfügung stehenden Aufnahmen Biermanns noch in einigen weiteren Veröffentlichungen 1939, 1948, 1950, 1951, 1959 und 1965. Die letzte Arbeit erschien dabei erst vier Jahre nach Hundts Tod auf Grundlage eines zur Veröffentlichung geplanten Manuskripts, das Hundt zu Lebzeiten nicht vollenden konnte (HUNDT, 1965).
Dabei fotografierte Aenne Biermann Fossilien, Gesteine und einige wenige Mineralien für Hundt...
Nicht jedes Foto, das Aenne Biermann für Rudolf Hundt von dessen Objekten anfertigte, wurde von ihm auch in dessen Publikationen abgebildet. Andererseits verwendete Hundt teilweise Fotos Aenne Biermanns in seinen Publikationen, ohne die Autorenschaft dabei anzugeben. S. 14-15, Heft 37 des Naturkundemuseums
Liste der Publikationen Hundts, in denen Fotos von Aenne Biermann verwendet wurden:
Frank Hrouda S. 16 im Heft 37 des Naturkundemuseums
...und vielleicht hat ihr die Arbeit bis tief in die Nacht hinein beim Vergrößern und Entwickeln in der Dunkelkammer den Keim zu ihrer schweren Krankheit eingegeben, erinnert sich der Freund Rudolf Hundt . Rudolf Hundt - Zum Gedenken an Änne Biermann in: Geraer Kulturspiegel, Heft 4, Gera 1947, S. 14-15
siehe auch Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Aenne Biermann Projekt Kunst-Raub-Rueckgabe.de
AENNE BIERMANN, Spurenfossil (Nereites sp.), um 1929, Museum für Naturkunde Gera S. 43 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Abb. 11: Abbildung ausMassenvorkommen von Graptolithen der Gattung Monograptus im Ostthüringer Obersilur und von der Länge der Monograptiden im deutschen Silur., In: Palaeobiologica, 1933, V. Band, Wien/Leipzig, Tafel XVII, Foto: AENNE BIERMANN... S. 15 im Heft 37 des Naturkundemuseums
AENNE BIERMANN, ohne Titel (Porträt Rudolf Hundt), um 1931, Sammlung WINFRIED MANN, Gera S. 24 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Abb. 2: AENNE BIERMANN, ohne Titel (Helga und Gerd Biermann), 1926, Museum Folkwang Essen S. 34 im Heft 37 des Naturkundemuseums S. 34 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Abb. 3: AENNE BIERMANN, ohne Titel (Damenzimmer Aenne Biermann) nach 1926, Reproduktion: Stadtarchiv Gera S. 35 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Aenne Biermann
öffentliche Präsentationen und Würdigung in den vergangenen Jahren
Museum für Angewandte Kunst Gera
31. Oktober 2018 - 17. Februar 2019
Museum für Angewandte Kunst Gera
31. Januar 2024 - 28. Mai 2024
Aenne Biermann (1898, Goch – 1933, Gera) ist eine jener faszinierenden jungen Fotografinnen der 1920 er Jahre, die mit neuen Blickwinkeln, nahen Ansichten und ungewöhnlichen Bildausschnitten auf sich aufmerksam machten...
Das erneute Interesse an der Fotografin und ihrem Werk wurde erst mit einer großen Retrospektive 1987 im Folkwang-Museum Essen wieder geweckt, die im Anschluss in ihrer Geburtsstadt Goch sowie in Gera gezeigt wurde.
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale): Aenne Biermann – vom Wesen der Dinge
Das Geraer Museum für Angewandte Kunst, das Aenne Biermann einen eigenen Raum seiner Dauerausstellung widmet, vergibt seit 1992 alle zwei Jahre den Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie. Im Stadtteil Lusan war eine – mittlerweile geschlossene – Regelschule nach ihr benannt. Am 5. Dezember 2009 wurde der Geraer Volkshochschule der NameAenne Biermannverliehen.[9] Bereits seit 2008 trägt ein Triebfahrzeug der Geraer Straßenbahn ihren Namen.
Ausstellungen mit Werken Aenne Biermanns fanden unter anderem 2002 im Deutschen Museum in München sowie 2003 und 2007 im Sprengel-Museum in Hannover statt.[10] Ein Bestand von 24 Arbeiten, 11 Negativen und 17 kleinformatigen Archivabzügen sowie anderer Archivalien wird vom Museum Ludwig in Köln gehalten und wurde 2018 erstmals vollständig in einer Ausstellung gezeigt.[11] Eine umfassende Präsentation mit etwa 100 Fotografien und umfangreichem Archivmaterial im Wesentlichen aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde wurde vom 12. Juli bis 13. Oktober 2019 in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt.[5]
Die Villa der Familie Biermann in Gera-Untermhaus wurde 2019 versteigert und im September 2020 abgerissen. Die Stadt Gera engagierte sich nicht.[12][13] Ein Privatunternehmen plant an gleicher Stelle einen Wohnneubau.[14]
In ihrer Geburtsstadt Goch wurde im Jahr 2020 eine Straße nach ihr benannt.[15]
Wikipedia: Arnne Biermann - Würdigung
Wenn auch selten öffentlich gewürdigt, wurde das Werk Aenne Biermanns in ihrer Heimatstadt nicht vergessen. Fotografien aus ihrer Hand befinden sich im Stadtarchiv Gera, im Stadtmuseum sowie in privaten Sammlungen.
Bereits 1983 würdigte der Geraer Fotograf Winfried Mann in der DDR-ZeitschriftFotografiedas Werk Aenne Biermanns,... und zuletzt zeigte die Kunstgalerie 1991 Arbeiten der Künstlerin in der AusstellungFranz Roh, Aenne Biermann, Lutz Fleischer. Fotografien & Collagen.
Seit der Gastausstellung des Museums Folkwang Essen 1988Aenne Biermann Fotografien 1925-1933engagiert sich das Museum für Angewandte Kunst Gera im Ferberschen Haus zu Gera für das fotografische Werk der Künstlerin.
Aenne Biermann Preis für deutsche Gegenwartsfotografie, Hans Peter Jackobson, S.7, 1992
Isoliert von den großen Kunstzentren des Landes wuchs in der Beschaulichkeit der thüringischen Provinz eine fotografische Begabung heran, die sich, ohne dies vordergründig anzustreben, den fortschrittlichen Tendenzen der Neuen Sachlichkeit und der Neuen Fotografie annäherte. Rüdiger, Frank: Möglichkeiten der Darstellung – Anmerkungen zu Aenne Biermann. In: … der Sachlichkeit verpflichtet. Aenne Biermann. Fotografien 1926 bis 1932. Gera 2018. S. 8
Im Rahmen des 100. Bauhausjubiläums 2019 präsentiert das Museum für Angewandte Kunst Gera in der Sonderausstellung den umfangreichen Eigenbestand von etwa 140 Fotografien, der durch einige Leihgaben ergänzt wurde.
Die thematische Vielfalt der ausgestellten Arbeiten umfassten Aufnahmen von Pflanzen und Mineralien, Landschafts- und Architekturfotos, Stillleben und Porträts, aber auch experimentelle Mehrfachbelichtungen und Montagen.
Die Ausstellung thematisiert die kurze, jedoch intensive Schaffenszeit der Künstlerin zwischen 1926 bis 1932. MAK: Aenne Biermann - Fotografien 1926 bis 1932 …der Sachlichkeit verpflichtet
Drei Mal Engels - Porträts von Aenne Biermann
Internationaler Museumstag 2025
Drei Mal Engels - Porträts von Aenne Biermann | Förderverein Freunde des Ferberschen Hauses e. V.
In der Führung wird das Werk der neusachlichen Fotografin Aenne Biermann vorgestellt, insbesondere drei neu erworbenen Porträts der Reformpädagogen Gertrud und Martin Engels sowie der Tochter Magdalena. Die Familien Engels und Biermann waren miteinander befreundet. Gera.de Drei Mal Engels - Porträts von Aenne Biermann
Auf dem neu erworbenen Abzug ist Magdalene Engels dargestellt, die Tochter des befreundeten Reformpädagogen-Ehepaars. Die heute 99-Jährige lebt... in Süddeutschland.
Schon 2021 hatte der FördervereinFreunde des Ferberschen Hausesdie Aenne-Biermann-Porträts der beiden Eltern Gertrud und Martin Engels erworben.
Die Dauerleihgabe ist ein großes Geschenk. Nicht nur, weil es unseren Bestand erweitert, sondern auch regionalhistorisch jene Kreise beleuchtet, in denen sich die Biermanns in Gera bewegten, erklärt Dirk Hoffmann, Mitarbeiter im Museum für Angewandte Kunst. TLZ: Werk von Fotografin Aenne Biermann als Dauereihgabe
Egon Erwin Kisch (aus dem RomanDer rasende Reporter)...nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist fantasievoller als die Sachlichkeit., Diese Erkenntnis lag ganz offensichtlich der Arbeit der Foto-Avantgardistin Aenne Biermann (1898 –1933) zugrunde. Das Folkwang Museum in Essen zeigt in einer Schau diese, in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannte, Foto-Pionierin der späten Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre. rheinische ART 05/2020, Reiz des genauen Hinsehens
Wie so viele junge Eltern, schaffte sich Aenne Biermann ihre erste fotografische Ausrüstung kurz nach der Geburt ihrer Kinder an, um deren Entwicklung für das private Familienalbum zu dokumentieren. Ihre frühen Aufnahmen zeigen ihre Tochter Helga (1920-1987) und den Sohn Gerd (1923-2017) in typisch kindlichen Spielsituationen im Haus oder im Garten und halten erinnerungswürdige Ereignisse wie den Sommerurlaub oder den ersten Schultag fest. Im Zuge dieser charakteristischen Praxis einer Fotoamateurin entwickelte Aenne Biermann jedoch zunehmend ein ernsthaftes Interesse an der Fotografie. Sie erweiterte ihr Motivfeld um Pflanzen, Dinge und Menschen aus ihrem privaten Umfeld und erprobte autodidaktisch die Möglichkeiten fotografischer Techniken und Bildkompositionen.
Die eigentliche Initialzündung für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium stellten für Aenne Biermann die Aufnahmen einer Serie von Gesteinsproben dar, die der befreundete Geologe Rudolf Hundt (1889-1961) um 1927 anregte...
Ohne professionelle Ausbildung oder Anleitung und fernab der zeitgenössischen Metropolen und künstlerischen Zentren, wie Berlin oder Paris, erarbeitete sich Aenne Biermann auf diesem Wege wesentliche fotografische Bildmittel und letztlich ein künstlerisches Bildrepertoire, das sich ohne Weiteres mit den Werken der zeitgenössischen Fotoavantgarde messen konnte...
Es sind Porträts, Pflanzenaufnahmen und Stillleben. In enge Bildausschnitte gefasst, voller Details, perspektivisch unkonventionell und kontrastreich spiegeln sie die typischen Eigenheiten der sogenanntenNeuen Fotografieder 1920er und 30er Jahre wider. Darüber hinaus verdeutlichen sie aber vor allem die spezifische Sicht einer Autodidaktin, die mithilfe des Mediums Fotografie einen einzigartigen schöpferischen Zugang zu einer nur auf den ersten Blick vertraut erscheinenden dinglichen Welt fand. Aenne Biermann - Fotografin (1898-1933), Anna Volz (München) (abgerufen am 01.07.2025)
Aenne Biermanns (1889-1933) fotografische Tätigkeit begann mit der Dokumentation der ersten Entwicklungsschritte ihrer Kinder Helga und Gerd. Sind die Fotos der frühen 1920er-Jahre vor allem von familiärem Erinnerungswert, erprobte Aenne Biermann in der Folge zunehmend die Gestaltungsmöglichkeiten des Mediums. Sie richtete eine eigene Dunkelkammer ein und eignete sich als Autodidaktin das notwendige technische Wissen selbst an. Als Motive treten Mineralien, Gesteine, Pflanzen, Landschaften sowie Porträtaufnahmen neben die Kinderbilder. Enge Bildausschnitte, extreme Beleuchtungskontraste und eine ungewohnte Nähe zum Dargestellten prägen ihren Stil. Genau beobachtete Feinheiten bewirken die von Biermann angestrebteVertrautheit mit den Dingen. Mit dem Kunstkritiker Franz Roh, dem Architekten Thilo Schoder und dem Geologen Rudolf Hundt hatte sie wichtige Förderer an ihrer Seite. Zunehmend wurden ihre Fotografien ab 1927 in Zeitschriften abgedruckt, in wichtigen nationalen und internationalen Ausstellungen der modernen Fotografie gezeigt und in Wettbewerben prämiert. ⏩ gera.de Objekt des Monats Juni 2023: Aenne Biermann – Kinderhände (1928)
Amnesia Gera. Aenne Biermann - Heidi Specker
Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst, Gera | 25.10.2024 - 05.01.2025
Eine faszinierende Auseinandersetzung der Berliner Künstlerin Heidi Specker mit dem Werk der Geraer Avantgarde-Fotografin Aenne Biermann. labor14 - Thüringer Lernsender: Amnesia Gera - Aenne Biermann - Heidi Specker
Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst - Amnesia Gera
Die Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst in Gera widmet ihre Jahresausstellung Aenne Biermann. Eine Leipziger Professorin beschäftigt sich darin mit der Foto-Künstlerin. Früh gestorben, Werke verschollen: Die große Fotografin Aenne Biermann aus Gera
Die Ausstellung 'Amnesia Gera. Aenne Biermann - Heidi Specker' ist das Ergebnis einer intensiven künstlerischen Recherche der Berliner Künstlerin und Professorin für Fotografie Heidi Specker, die sich im Rahmen eines Hertie-Arbeitsstipendiums an der Häselburg Gera 2023 mit der Biografie und dem Werk der Geraer Avantgarde-Fotografin Aenne Biermann (1898–1933) beschäftigte. Dabei erforschte Specker nicht nur das fotografische Werk Biermanns, sondern setzte sich auch mit dem Schicksal ihres Werkkonvoluts auseinander: 1940, auf der Flucht der Familie Biermanns nach Palästina, wurden in Triest 4.000 Negative von den Nazis konfisziert. Nur etwa 300 Originalabzüge, die Biermann selbst entwickelt hatte, sind heute in internationalen Museen erhalten.
Ausgehend von diesem Verlust nähert sich Specker dem Werk Aenne Biermanns mit großer Sensibilität. Entstanden sind fünfzig neue Fotografien, die sich einerseits mit dem Werk Biermanns auseinandersetzen, andererseits als Agentin der Erinnerungsarbeit an Biermann fungieren.
In der Ausstellung wird Specker ihre neuen Fotografien denen von Biermann gegenüberstellen. Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst: Amnesia Gera - Aenne Biermann - Heidi Specker
Amnesia Gera - Gegenüberstellung
14. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie
Museum für Angewandte Kunst, Gera | 21.11.2024 - 11.02.2024
Die Veranstalter des 14. Aenne-Biermann-Preises können dieses Jahr auf eine rege Beteiligung zurückschauen. Anfang des Jahres hatten sich 150 Fotografinnen und Fotografen mit mehr als 300 Werkserien online am Wettbewerb beteiligt.
Namenspatin des Wettbewerbs, der seit 1992 im regelmäßigen Turnus von zwei Jahren ausgelobt wird, ist die Künstlerin Aenne Biermann. Als Autodidaktin fertigte sie in den 1920er- und 1930er-Jahren mehrere Tausend Fotografien an, die jedoch aufgrund des Zweiten Weltkrieges nicht mehr alle erhalten sind. Das Museum für Angewandte Kunst verwahrt einen der größten Bestände ihres Werkes in Deutschland. Gera.de: 14. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie
Gera ist durchaus auch eine Kunst- und Kulturstadt. Deutlich wird dies unter anderem durch den Otto-Dix-, den Dietsch- und den Aenne-Biermann-Preis, die immer wieder von der Stadt ausgelobt werden. Der Aenne-Biermann-Preis für Gegenwartsfotografie wurde jetzt im Museum für Angewandte Kunst vergeben. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie
Auf der Stadtseite zum '14. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie' sind auch Fotos der Künstlerin und eine weitere Biografie, die als pdf-Datei gespeichert wurde. 14. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie
Fotos und Filme werden möglichst von den genutzten Onlineseiten nur eingeblendet, auch wegen des Copyrights. Leider lassen sich wohl Fotos von der Stadtseite Gera so nicht anzeigen, sondern man muss über den Link weiter unten dorthin gehen.
Fotos:
- o.T. (Helga) , ca. 1931
- St. Germain Paris , ca. 1931
- Kinderhände , 1928
- Paprika , 1928
- In der Sonne , ca. 1930
Aenne Biermann - Vertrautheit mit den Dingen
Museum Folkwang, Essen | 21.02.2020 - 31.05.2020
Das Museum Folkwang ist im Besitz umfangreicher Bestände der Fotografin. Gemeinsam mit der Pinakothek der Moderne / Bayerische Staatsgemäldesammlungen, die durch die Stiftung Ann und Jürgen Wilde über ein ähnlich umfangreiches Konvolut verfügt, wird das vielfältige, aber stringente Schaffen von Aenne Biermann erfahrbar: Die Ausstellung umfasst 130 Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Jahren 1925 bis 1932. Museum Folkwang - Aenne Biermann, Vertrautheit mit den Dingen
Vertrautheit mit den Dingenheißt die Ausstellung im Museum Folkwang. Es ist eine der seltenen Retrospektiven auf die Fotokünstlerin. Die Präsentation umfasst 100 Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Jahren 1925 bis 1932 sowie umfangreiches dokumentarisches Material. Die Exponate geben einen Überblick über das kurze, aber produktive Schaffen der Aenne Biermann...
Die Präsentation umfasst 100 Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Jahren 1925 bis 1932 sowie umfangreiches dokumentarisches Material. Die Exponate geben einen Überblick über das kurze, aber produktive Schaffen der Aenne Biermann. Denn dieseDokumentarin des Alltäglichenhatte nur knapp sieben Jahre hinter der Kamera gearbeitet... rheinische ART 05/2020, Reiz des genauen Hinsehens
Sie fotografiert zunächst vor allem zu privaten Zwecken ihre beiden Kinder, doch schon bald entdeckt sie in der Fotografie einen ganz besonderen Reiz. Hierbei kann sie ganz alltägliche Dinge so besonders inszenieren, dass sieein ureigenes Lebenentwickeln. lostwomenart: Einstieg in die Fotografie
Helga, um 1930, Silbergelatineabzug, Museum Folkwang sowie Würfelbecher, 1928–1929, Silbergelatineabzug, Museum Folkwang
Fotos:
- Helga , um 1930, Silbergelatineabzug, Museum Folkwang
- Würfelbecher , 1928–1929, Silbergelatineabzug, Museum Folkwang
Aenne Biermann (1898–1933) zählt zu den wichtigsten Protagonistinnen der Fotografie der 1920er und 1930er-Jahre. In nur sieben Jahren wird aus der Autodidaktin eine bekannte Vertreterin der deutschen Avantgardefotografie...
Aenne Biermanns Aufnahmen waren in allen wichtigen Ausstellungen ihrer Zeit vertreten, nicht zuletzt in der international wegweisenden Film und Foto (FiFo) des Deutschen Werkbunds 1929. Das Museum Folkwang ist im Besitz umfangreicher Bestände der Fotografin. Museum Folkwang: Aenne Biermann - Vertrautheit mit den Dingen
Aenne Biermann - Vertrautheit mit den Dingen | Ausstellungsfilm
Für die Autodidaktin Aenne Biermann (1898 – 1933) war die Kamera ein Mittel sich den Dingen und Situationen ihrer Lebensumwelt anzunähern. Ab Mitte der 1920er-Jahre gewann sie mit ihren Fotografien alltäglichen Erfahrungen und Begebenheiten unbekannte und unerwartete Ansichten ab. AENNE BIERMANN. VERTRAUTHEIT MIT DEN DINGEN | Ausstellungsfilm
Aenne Biermann. Vertrautheit mit den Dingen | Trailer
Eine Kooperation mit dem Museum Folkwang Essen.
Für die Autodidaktin Aenne Biermann (1898 – 1933) war die Kamera ein Mittel sich den Dingen und Situationen ihrer Lebensumwelt anzunähern. Ab Mitte der 1920er-Jahre gewann sie mit ihren Fotografien alltäglichen Erfahrungen und Begebenheiten unbekannte und unerwartete Ansichten ab. Obwohl Aenne Biermann relativ isoliert von den Entwicklungen der Avantgarden in den Großstädten aktiv war, wurden ihre Werke ab 1929 in allen bedeutenden Ausstellungen zur modernen Fotografie umfangreich präsentiert. Das in nur wenigen Jahren entstandene Werk – Aenne Biermann verstarb aufgrund einer Krankheit schon 1933 – zählt heute zu den Hauptwerken der Fotografie des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit. Die Ausstellung umfasst etwa 100 originale Fotografien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, die eine der umfangreichsten Sammlungen zu Aenne Biermann beherbergt. Einige ergänzend ausgewählte Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen sowie Dokumente und Archivalien illustrieren Werk und Werdegang der Künstlerin.
Eine Kooperation mit dem Museum Folkwang Essen. AENNE BIERMANN. VERTRAUTHEIT MIT DEN DINGEN | Trailer
Die neue Wirklichkeit - Fotografie der Moderne der Stiftung Wilde
Pinakothek der Moderne, München | 26.03.2011 - 26.06.2011
Fotos:
- Betrachtung, Tochter Helga , ca. 1930
- Betrachtung, Tochter Helga , ca. 1930, Vorschaubild
Für die Pinakothek der Moderne war es ein Glücksfall, als ihr Anfang 2009 die Stiftung Ann und Jürgen Wilde angegliedert wurde.
Für die Pinakothek der Moderne war es ein Glücksfall, als ihr Anfang 2009 die Stiftung Ann und Jürgen Wilde angegliedert wurde. Zwar soll das 2002 eröffnete Museum auch Fotografie sammeln. Doch zuvor hatte sich die Pinakothek auf Zeitgenössisches beschränkt – ältere Werke haben sich in den letzten Jahren stark verteuert.
Dieses Manko glich die Sammlung Wilde mit einem Schlag aus: Ihr Schwerpunkt liegt auf dem frühen 20. Jahrhundert – als einzige derartige Kollektion, die noch in Privatbesitz war. Die Wildes führten in Köln ab 1972 die erste auf Fotografie spezialisierte Galerie in Deutschland. Sie trug maßgeblich dazu bei, jene als Kunstform zu etablieren. Die neue Wirklichkeit. Fotografie der Moderne der Stiftung Wilde
Aenne Biermann - Deutsche Fotografin des Neuen Sehens
lostwomenart
Nach der Heirat mit dem jüdischen Kaufmann Herbert Biermann, zieht die Künstlerin nach Thüringen, wo sie die Fotografie für sich entdeckt.
Sie fotografiert zunächst vor allem zu privaten Zwecken ihre beiden Kinder, doch schon bald entdeckt sie in der Fotografie einen ganz besonderen Reiz. Hierbei kann sie ganz alltägliche Dinge so besonders inszenieren, dass sieein ureigenes Lebenentwickeln. lostwomenart Einstieg in die Fotografie
Aenne Biermann: Selbstportrait mit silberner Kugel, 1931 sowie Aenne Biermann: Eier, 1931
Fotos:
1930 veröffentlicht Franz Roh gar in seiner Buchreihe Fototek
die Publikation Aenne Biermann. 60 Fotos
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1898 – 1933 / Deutsche Fotografin des Neuen Sehens
Volkshochschule 'Aenne Biermann' Gera
Videos zum 90. und 100. Geburtstag
Die Volkshochschule in Gera ist eine von über 50 derartigen Bildungseinrichtungen, die 1919 in Thüringen gegründet wurden. Zum 90. Geburtstag wurde ihr eine ganz besondere Ehre zuteil: Sie bekam als dritte Thüringer Volkshochschule einen Namen verliehen. LokalTVGera: Jubiläumsfeier - Volkshochschule Gera trägt jetzt den NamenAenne Biermann
Ein buntes Programm zum 100-jährigen Jubiläum der Geraer Volkshochschule Aenne Biermann.
⏬ DNB: Übersicht 60 Fotos / Aenne Biermann
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⏪ Aenne Biermann - Übersicht der Videos auf YouTube
⏪ Aenne Biermann - Übersicht der Schriftstücke in der Deutschen Nationalbibliothek
⏪ aktuelle Fotobücher mit Aenne Biermanns Aufnahmen
Anmerkungen:
7 Aenne Biermann lostwomenart.de, abgerufen am 31. August 2023.8 Hans-Peter Jakobson: Fasziniert vom Eigenleben der Dinge. Zum 75. Todestag der Geraer Fotografin Aenne Biermann. In: Ostthüringer Zeitung, 12. Januar 2008⏪ Anmerkungen + Literatur S. 17-18 im Heft 37 des Naturkundemuseums⏪ Anmerkungen S. 41 im Heft 37 des Naturkundemuseums
Weitere Literaturhinweise zu Aenne Biermann:
(Die angezeigten Quellen würde ich gern noch lesen.)
ESKILDSEN, UTE (1987): Aenne Biermann 1898 - 1933 Der Blick aufs Alltägliche. In: Aenne Biermann Fotografien 1925 - 1933, Berlin ⏩ Literatur: S. 17 im Heft 37 des NaturkundemuseumsTäschner, Katharina: Modernität als visuelles Argument. Aenne Biermanns Bildpublikationen um 1930. In: Aenne Biermann. Fotografin. Hrsg. Von Simone Förster und Thomas Seelig. München, Essen, Zürich 2020. S. 80-84.Volz, Anna: Forschungsreisen. Die Welt des Kindes in den Fotografien von Aenne Biermann. In: Aenne Biermann. Fotografin. Hrsg. Von Simone Förster und Thomas Seelig. München, Essen, Zürich 2020, S. 51-55.Schwarzweißfotografie. Innenansicht eines modernen Privatzimmers. Wohnraum von Aenne Biermann in Gera, 1927. Walter Müller-Wulckow: Die deutsche Wohnung der Gegenwart. Königstein 1930, S. 123