Von:                                            Jähnichen, Daniel <Jaehnichen.Daniel@gera.de>

Gesendet:                                Dienstag, 19. November 2024 10:14

An:                                              arnd

Betreff:                                     AW: Aus der Geschichte der Juden und Synagogen in Gera

 

 

 

Sehr geehrter Herr Födisch,

 

zu Ihren Fragen kann ich Ihnen folgende Informationen liefern:

 

Über mögliche Judenverfolgungen in Gera vor 1933, insbesondere im Mittelalter und im 16. Jahrhundert ist nichts bekannt bzw. fehlen die Quellen dazu (1450 brannte das Rathaus mit dem dort untergebrachten Archiv während des sächsischen Bruderkrieges vollkommen nieder und auch durch den Stadtbrand von 1780 kam es nochmal zu einer nahezu völligen Vernichtung des städtischen Archivs). So wissen wir nicht, ob die Judenverfolgungen in Thüringen 1303 oder im Verlauf der Pestepidemie 1348/ 1349 auch Gera erreichten.

 

Das Meistergässchen existiert heute nicht mehr. Der Name rührt von dem außerhalb der Stadt gelegenen Haus des Scharfrichters (auch Meisterei genannt) her. Die Straße verlief parallel nördlich zur Heinrichstraße zum Walkmühlenplatz. Schon durch den Bombenangriff am 06.04.1945 schwer zerstört, wurden die letzten Gebäude in diesem Areal Anfang der 1960er Jahre zum Bau des Interhotels abgerissen.

 

Die orthodoxen osteuropäischen Juden (meist geflohen aus Furcht vor den dort ab den 1880er Jahren einsetzenden Pogromen) besaßen einen eigenen Betraum in der Hospitalstraße (heute Karl-Liebknecht-Straße).

 

Die Jüdengasse erhielt ihren Namen wahrscheinlich von den Juden, die dort an Markttagen ihre Stände aufschlugen (Ferdinand Hahn, Geschichte von Gera und dessen nächster Umgebung, Seite 288) oder von einer Familie Jüde, die dort Besitz hatte (Siegfried Mues, Die Straßennamen von Gera von A bis Z, Seite 159). Eine dort befindliche jüdische Siedlungskonzentration oder gar Ghetto anzunehmen, ist dagegen unwahrscheinlich.

 

Das Denkmal für die Synagoge am Platz der Republik wurde schon ein Jahr vorher, nämlich am 17.11.1988 eingeweiht.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag

 

Daniel Jähnichen

Sachbearbeiter

Stadtverwaltung Gera

Fachdienst Bildung

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