Schloß Osterstein

Das Schloß Osterstein ist das ehemalige Residenzschloss der Reußen J.L. Der Weidaische Reichsvogt Heinrich residierte 1234 auf der Burg. Später lebten dort die Vögte von Gera, die späteren Herren der Stadt. Früher als „Haus“ oder „Schloß auf dem Berge der Stadt Gera“ bezeichnet, wurde erst 1581 der Name „Osterstein“ in einer Chronik geführt.

Am 6.April 1945, bei einem schweren Bombenangriff, entstanden an der Anlage schwere Schäden. In den Jahren 1946-1948 beseitigte man die baufälligen Teile der Ruine. Im Rahmen eines NAW-Projektes wurden die baufälligen Ruinen am 9. Dezember 1962 gesprengt. Heute sind von der ursprünglichen Bausubstanz nur noch der ehemalige Bergfried aus dem 12. Jahrhundert, die zum Schloss führende Wolfsbrücke von 1857 sowie Reste von Wirtschaftsgebäuden und Schlosshof erhalten.

Auf dem Plateau der ehemaligen Hauptburg entstand eine Ausflugsgaststätte, das Terrassencafé Osterstein, zu dem auch eine kleine Freilichtbühne sowie ein Kinderspielplatz gehören.

Wasserschloß Tinz

Das Tinzer Wasserschloss, ein repräsentativer Barockbau mit zweigeschossiger zentraler Halle, ist ein weiterer Prachtbau des Fürstenhauses Reuß. 1748 wurde es im Auftrag des Grafen Heinrich XXV. von Reuß Gera nach Entwürfen von Gerardo Hofmann als Sommerresidenz errichtet. Ursprünglich war es dreiteiliger Anlagenkomplex mit barockem Lustschloss, Wirtschaftshof und repräsentativem Schlosshof mit Wassergräben und Parkanlage.

Mit der Sanierung des Tinzer Wasserschlosses werden sich nicht nur die Bedingungen an der Berufsakademie verbessern, es wird auch ein wichtiges städtebauliches Signal an der Ortseinfahrt Gera gesetzt. 2018 wurde es nach der Renovierung als Bibliothek an die Duale Hochschule übergeben. Mit Gründung der Berufsakademie Thüringen im Jahr 1998 werden seit 20 Jahren in Gera und Eisenach duale Studiengänge angeboten, die sich durch einen starken Praxisbezug auszeichnen und gemeinsam mit kooperierenden Unternehmen und Einrichtungen als Praxispartner durchgeführt werden.

Orangerie

Das alte rechteckige Orangeriehaus brannte 1726 ab. Bis 1732 entstanden an gleicher Stelle unter der Leitung von Graf Heinrich XVIII. und dem Architekten Gottfried Heinrich Krohne 4 auf quadratischer Grundfläche errichtete Pavillons. Diese fügten sich halbkreisförmig mit zwei nur flach gedeckten Zwischenflügeln zum optischen Ganzen. 1746 wurden die beiden inneren Pavillons durch eine Überbauung der offenen Längsachse zu einem Gesamtkomplex zusammen gefügt. Der Mittelpavillon mit Festsaal wurde 1748/49 errichtet. Die Orangerie diente im Laufe der Geschichte erst als Orangen- und Gewächshaus, dann wurde das Gebäude zu einem Lazarett und einem Pferdestall, sowie zur Turnhalle und einem Lokal umgestaltet. Von 1878-1919 befand sich der Kunstverein Gera in diesem Gebäude. Durch die halbkreisförmige Krümmung kam im Volksmund die Bezeichnung "Bratwurst" auf und ist noch heute geläufig. 2006 musste das Gebäude auf Grund von Sanierungsarbeiten geschlossen werden. Seit der Wiedereröffnung 2007 erstrahlt die Orangerie in neuem Glanz.

Bühnen der Stadt Gera

Das Theater in Gera wurde 1902 als eines der aufsehenerregenden und modernsten Theater seiner Zeit eröffnet. Der Architekt Heinrich Seeling aus Zeulenroda entwarf es in einem historisierenden Mischstil, die Fassade ist im Stil der Neo-Renaissance gestaltet, wobei die ornamentalen Elemente – vor allem im Inneren des Gebäudes – stark an den Jugendstil verweisen. Eine Besonderheit stellt die Integration zweier Säle in einem Bau dieser Größe dar. Das Theater beherbergt einen Jugendstil geprägten Theatersaal mit 552 Plätzen und einen prunkvollen, vom Neo-Barock beeinflussten Konzertsaal mit 812 Sitzen. Die Verbindung beider durch einen zentralen Foyerturm ist dabei einzigartig. Durch den Theaterarchitekten Seeling wurden symbolhafte allegorische Darstellungen der griechischen Mythologie in die Architektur des Theaters mit einbezogen. Es soll das Wesensverständnis von Theater und Musik zum Ausdruck bringen. Die Bildnisse von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, unter dem Schriftzug: "MUSIS SACRUM", deutsch: "Den heiligen Musen", zeigen, dass im Gebäude den Musen gehuldigt wird und die Künstler, selbst von Musen geküsst, besonders geehrt werden. Die beiden Reliefs verweisen auf die Muse der Lyrik und die Allegorie stellt den Gott der Freude, Dionysos, dar. Mit der Fusion des Theaters in Gera und dem Landestheater Altenburg im Jahr 1995 entstand das einzige Fünfspartenhaus im Freistaat, das mittlerweile als Theater&Philharmonie Thüringen firmiert. Mit Musiktheater, Ballett, Schauspiel, dem Philharmonischen Orchester und dem Puppentheater, von traditionellen Stücken der Hochkultur und leichter Unterhaltung über niveauvolle Kinder- und Jugendstücke bis hin zu populären Shows für die ganze Familie bedient es eine Vielzahl von Geschmäckern und Altersklassen und erreicht im Jahr ca. 140.000 Menschen, womit es das Theater in Thüringen mit den höchsten Besucherzahlen ist. Die hervorragenden Ensembles der fünf Sparten sind über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt für höchste Qualität und innovative künstlerische Aspekte. Der Spielplan enthält neben Oper, Operette und Konzert auch Schauspiel, klassisches und modernes Ballett sowie Puppentheater. In den Jahren 2005 bis 2007 wurde das Haus grundlegend saniert.

Die Bühne am Park, kurz „BaP“ genannt, wurde 2005 angrenzend an das Große Haus mit 160 Plätzen erbaut. Diese Spielstätte eignet sich für kleiner besetzte Werke aller Sparten, die Realisierung ist dabei bewusst als Studiobühne vorgenommen.

Die Tonhalle ist der Standort der TheaterFABRIK und steht für lebendige Jugendkultur in der Innenstadt von Gera. Erbaut 1866, wurde das Gebäude seither in unterschiedlichster Weise genutzt. Bis zum Bau des neuen Theaters 1902 war die Tonhalle das größte Konzert- und Ballhaus in Gera. In der DDR-Zeit hieß das Gebäude „Club der Jugend und Sportler“, in dem, neben Tanztees, Bällen und Jugendweihen auch zuweilen geboxt wurde. Die legendäre „Cosmos- Bar“, ein Nachtclub, war Treffpunkt der Jugend; es fanden Ausstellungen und Städtetage statt und zwischenzeitlich war die Tonhalle auch die Heimat einer Kinderbibliothek. Nach einer umfassenden Sanierung durch Fördergelder aus der Europäischen Union „Urban II“ erfuhr die Tonhalle 2005/06 eine umfassende Komplettsanierung mit der Auflage, das Gebäude ausschließlich für Jugendbildung zu nutzen. Seit dem beherbergt die Tonhalle einen Jugendclub und den Stadtjugendring Gera e.V. Für die künstlerische Bildung setzen sich die Musikschule „Heinrich Schütz“, die hier junge Talente ausbildet, sowie die TheaterFABRIK ein, die hier mit einer kleinen Studiobühne mit 50 Plätzen eine Spielstätte sowie zusätzliche Proberäume findet. Sie sorgt dafür, dass Gera der jugendliche Blick, der hier mit Theatermitteln auf die Stadt geworfen wird, nicht abhanden kommt. Denn die TheaterFABRIK steht für unkonventionelles Theater, mit den Bürgern für die Bürger der Stadt und der Region.

Das Puppentheater in Gera kann auf eine 85-jährige Tradition zurückblicken! 1929 wurde die Wanderbühne Oestreich in Hartha und gleichzeitig die Oberländischen Handpuppenspiele in Schleiz gegründet, die sich in den 30er Jahren das Pseudonym Puppenbühne Ohnesorge zulegten. Nachdem diese beiden Bühnen sich 1951 zu einer Kollektivbühne Oestreich-Ohnesorge vereinigt hatten, bekamen sie 1958 eine feste Spielstätte in Gera. Das Puppentheater am Gustav-Hennig-Platz war in den 1970er Jahren mit 176 Sitzplätzen, einem hochprofessionellen Spielerensemble sowie einer eigenen Werkstatt zur Herstellung der Puppen eines der modernsten Puppentheater der DDR. Durch die Theaterfusion 1995 wurde das Puppentheater auch in Altenburg zur festen Spielplangröße. Seitdem ist der vielseitige Spielplan nicht nur auf Kinder und Familien, sondern auch auf Jugendliche und Erwachsene ausgerichtet. Der gemütliche Theatersaal schafft eine geheimnisvolle Atmosphäre, in der nicht nur Kinderaugen leuchten. Das Gebäude diente im 19. Jh. als Exerzierhalle für das Militär. Am 21.März 1926 wurde das Gebäude als städtische Vortrags- und Ausstellungshalle eröffnet. In den 20er Jahren trug es durch aufsehenerregende Ausstellungen und Vorträge von Kunstverein Gera und Künstlerbund Ostthüringen wesentlich zum kulturellen Leben der Stadt bei. 1967 war es die erste feste Spielstätte der Puppenbühne „Oestreich-Ohnesorge“ und wurde 1993 zum „Kleinen Theater im Zentrum“ umbenannt.