Zwei Naturlehrpfade seit Mai 1947 in Gera

Der Nord­pfad führte von der Straßen­bahn­halte­stelle Unterm­haus am Wein­berg und Kalten Loch vorbei zum Märzen­berg. Der Verlauf ging weiter durch die Schiefer­gasse nach Milbitz, über die Franzosen­brücke durch den Tinzer Park zur End­halte­stelle der Straßen­bahn in Tinz. aktuelle Informationen

Der Süd­pfad begann an der Halte­stelle „Winter­garten“ und führte über den Pfortener Berg, Pforten, über die Lasur nach Kaimberg. Von da in das Gessen­tal, durch Collis, Zschippern, den Zaufens­graben zum Ferber­turm und schließlich zum Bota­nischen Garten. aktuelle Informationen

Die Über­sichts­tafeln zeichnete Professor Hermann Paschold.

Der ehemalige Naturlehrpfad Süd

Die Stadt Gera hat unter Regie der unteren Natur­schutz­behörde und Beteili­gung mehrerer ehren­amtlicher Vereine ein altes Natur­lehr­pfad-Konzept wieder zum Leben erweckt.

Bereits kurz nach Beendi­gung des 2. Welt­krieges hat sich der damalige Biologie­lehrer Herr Müller vom „Goethe­gymnasium“, unter Beteili­gung seiner Schüler, mit den 1946 sehr knappen finanziellen und materiellen Möglich­keiten auf den Weg gemacht, einen 10 km langen Lehrpfad im Geraer Süden anzulegen. Deckel der Wurst­dosen wurden als Schild­vorlage verwendet, um auf die botanischen, geschicht­lichen und geolo­gischen Besonder­heiten des interessanten Natur­raumes hinzuweisen.

Anfang der siebziger Jahre wurde der Lehr­pfad komplett über­arbeitet. Zur Wende­zeit konnte man nur noch die letzten Fragmente des ehe­maligen Pfades erkennen.

Der neue Naturlehrpfad Süd

Inzwischen hat sich die Landschaft neu geordnet. Straßen, zusammengelegte Ackerfluren versperrten die Durchgängigkeit des alten Wanderpfades. Neue Wanderwege galt es anzulegen und zu pflegen, damit die attraktive Naturregion mit den vielen interessanten Landschaftsblicken wieder für Wanderer und Erholungssuchende attraktiv und erlebbar wurde.

1998 haben wir begonnen im Rahmen zusätzlicher Initiative den neuen Natur­lehr­pfad zu revitalisieren. Pünktlich zur Eröffnung der Bundesgartenschau ist es uns gelungen, den neuen Natur­lehr­pfad, der jetzt über 12,4 km lang ist, zu eröffnen. In grober Übersicht tangiert der Pfad neben der Gemarkung Gera, den „Zaufensgraben“, die Ortsteile Zschippern, Collis, Thränitz und verläuft über die „Lasur“ nach Pforten.

Da wo einst die Wurst­dosen­deckel auf Wissens­wertes hinwiesen, stehen jetzt Eichen­holz­stelen mit Texttafeln zu den Themen, die bereits beim Erstkonzept dargestellt wurden und geben zur Heimatgeschichte, zur Natur und zur Geologie der Region Auskunft. Einige Anpassungen waren nach heutigem Wissens­stand und wegen der veränderten Trasse erforderlich.

Am Startpunkt, dem Botanischen Garten und auf der halben Strecke am Gasthaus Kutschbach in Collis sind Faltblätter, in denen der Weg­verlauf und die Anschlüsse an den Öffentlichen Nahverkehr ersichtlich sind, erhältlich. Die Rückseite des Faltblattes zeigt den historischen Lehrpfad und ermöglicht einen Überblick welche Höhen­unterschiede auf dem neuen Pfad zu bewältigen sind. Endpunkt und Straßen­bahnhalt ist in Pforten, wo nur noch der „Artenschutzturm“ auf die ehemalige Existenz des Pfortener Ritter­gutes hinweist.

Für den ungeübten Wanderer ist eine Teil­strecken­wanderung empfehlenswert. Die 12,4 km lange Gesamt­strecke lässt sich gut in drei Wanderungen, mit einem Durchschnitt von ca. 5 km je Tour teilen. Feste Wander­schuhe sind angeraten, da der überwiegende Teil des Pfades aus unbefestigten Erdwegen besteht. Im Rahmen zusätzlicher Leistungen wurde und wird für eine gepflegte Landschaft, angenehme Wander­wege und Rast­punkte gesorgt. Info Stadtseite