Ausflug der Goethegesellschaft Gera in die Viertore-Stadt Weißensee in Thüringen
Impressionen aus Weißensee / Thüringen
Samstag, den 15.04.2023, fand der Ausflug der Goethegesellschaft in die Viertore-Stadt Weißensee in Thüringen statt. Ein Besuch von Goethe kann aktuell nicht nachgewiesen werden, aber inspiriert haben könnte ihn die Stadt aus der Epoche der Romanik schon. Die Kleinstadt trägt nicht zu Unrecht das Prädikat Landgrafenstadt. In seinem 1810 in Weimar aufgeführten Maskenzug griff Goethe auf die Stauferzeit, den Minnesang sowie Heldenepen des Hochmittelalters zurück. All dies findet sich in Weißensee.
Ab Gera Hauptbahnhof fuhren wir 8 Uhr mit einem modernen Reisebus des Vereinssponsors Verkehrsunternehmen Schröder nach Erfurt, wo weitere Personen aufgenommen wurden. Dann erfolgten für die Reisegesellschaft im Bus Erläuterungen zur Religion und Seele der Chinesen durch Herrn Kemter, was sich von westeuropäischen Haltungen sehr unterscheidet. Gegen ca. 10.30 Uhr kamen wir auf dem Parkplatz am Gondelteich in Weißensee an. Nach einer kurzen Wanderung und Erläuterungen zur Stadt und Geschichte durch Herrn Brachmanski ging es zum Chinesischen Garten. Hier lernten wir, dass Wege nicht gerade sein sollten und Türschwellen notwendig sind, um Unheil fern zu halten. Wohl eher halten Schwellen Ungeziefer und Wasser vom Haus fern und Straßen mit Ecken und Kanten bieten Angreifern kein freies Schussfeld. Kopien der Soldaten der Terrakotta Armee gab es auch zu bestaunen.
Danach wurde die Stadtkirche St. Peter und Paul besucht, gefühlt fast ähnlich groß wie der Erfurter Dom. Im Nieselregen erfolgte der Spaziergang durch das Stadtzentrum zur Runneburg (runde Burg), wo wir einen Videovortrag zur Sanierung mit anschließender Burgführung durch den Burgvogt Herrn Mäder hatten.„Ab 1168 ließ die Ländgräfin Jutta Claricia von Thüringen, eine Halbschwester von Kaiser Friedrich Barbarossa, die Runneburg zu einer Residenz der Landgrafen von Thüringen mit zweigeschossigem Palas, fünfgeschossigem Wohnturm, Burgtor und Burgmauer ausbauen…. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Palas in der DDR von 1952 bis 1995 als Schule genutzt, bevor der Gebäudeteil wegen schwerer baulicher Mängel baupolizeilich gesperrt wurde. Seit 1988 finden auf der Burg bauarchäologische Untersuchungen statt… Im ehemaligen preußischen Landratsamt befindet sich seit 2013 die Bildungs- und Begegnungsstätte 3B-Weißensee.“ Dort brachten freundliche Kellner das Mittagessen für uns, gefolgt von weiteren Hinweisen zu China, mit Poesie zu Mitteldeutschland und einem schönen Konzertnachmittag. Jedes Mittagsgericht kostete 12,-Euro (Geflügel oder vegetarisch).
Den ganzen Samstag war richtiges Aprilwetter mit Nieselregen, aber gute Laune hatten alle Mitreisenden trotzdem im verträumten Weißensee, besonders beim Konzert mit Klassik bis zu Tango-Musik. Auf Wunsch erklärten uns die Musikerinnen auch ausführlich ihre Instrumente. Die Harfe kostet so viel wie ein Mittelklassewagen, weshalb beide gemeinsam mit dem Wagen der Flötistin im Land umherreisen.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form (generisches Maskulinum), z. B. „der Mitarbeiter“. Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung. Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.
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