um mehr über Flächenbombardement zu erfahren.
Im April 1945 wurden etwa 8.000 Menschen obdachlos, da 375 Gebäude mit insgesamt rund 1.000 Wohnungen in der Stadt Gera zerstört wurden. 174 Personen wurden Opfer der Angriffe.
Wikipedia:
Flächenbombardement
Die Zeichnungen sind vom damals 10jährigen Hans-Peter Große, ein Augenzeuge des Kriegsendes in Gera,
ein ⏩ Kritischer Chronist mit Zeichenstift, ein Bericht von Elke Lier.
brennendes altes Waisenhaus / Museum im zerstörten Gera am 6. April 1945
aus "Gera, Geschichte der Stadt in Wort und Bild" 1987
In zehn Luftangriffen auf Gera im Zweiten Weltkrieg warfen alliierte Luftstreitkräfte – fast ausschließlich die United States Army Air Forces – von Mai 1944 bis April 1945 insgesamt 550 Tonnen Bombenlast über Gera ab.
Etwa 550 Zivilisten verloren ihr Leben (einschließlich Artilleriebeschuss und Tieffliegerangriffe), 1.800 Wohnungen wurden zerstört, es gab 11.450 Obdachlose. Zahlreiche Gewerbe- und Versorgungsbetriebe, öffentliche Gebäude und Kulturbauten fielen den Angriffen zum Opfer. Insgesamt 250, ganz überwiegend schwere viermotorige Bomber, flogen die Angriffe. Im Frühjahr 1945 gab es praktisch keine Luftabwehr, keine Flak oder Jagdflugzeuge mehr. Der schwerste Angriff war das Bombardement von 109 B-17 „Flying Fortress“ am 6. April 1945 mit Spreng- und Brandbomben, besonders auf die Innenstadt, Untermhaus und Pforten, eine Woche vor Einmarsch der US-Bodentruppen.
Ein geplantes finales Flächenbombardement durch die britische Royal Air Force blieb der Stadt erspart, da die Zeit dafür bis zur amerikanischen Besetzung am 14. April nicht mehr reichte. [1] ⏩ Luftangriffe auf Gera für mehr Informationen
⏩ Schloss Osterstein In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss beim schwersten Bombenangriff der United States Army Air Forces auf Gera am 6. April 1945 zerstört und brannte vollkommen aus.
Bei angloamerikanischen Luftangriffen auf Gera wurden am 12. Mai 1944 85 Menschen getötet und Bahnanlagen, Industriegebäude sowie Wohnanlagen beschädigt und zerstört. Weitere Luftangriffe folgten und am 6. April 1945 war der schwerste Luftangriff auf Gera. In sieben Wellen wurden Spreng- und Brandbomben abgeworfen. 142 Menschen starben und die Altstadt bis zum Hauptbahnhof und nach Untermhaus beschädigt sowie die Heinrichstraße, der Heinrichplatz und der Roßpatz fielen in Schutt und Asche... Bei Bomben- und Tieffliegerangriffen sowie durch Artilleriebeschuss wurden 548 Menschen in Gera getötet.
Am 14. April 1945 kapitulierten 1.200 Soldaten am Standort Gera. Die Stadt wurde durch Truppen der 7. US-Armee besetzt.Gera's OberbürgermeisterS.37, 2007
Der amerikanische Colonel Burhans notierte am 14. April 1945:Jeglicher Widerstand in Gera endete 13 Uhr.Der Krieg ist für Gera zu Ende. Zuvor, so erinnert sich Hans-Peter Große, haben die Amerikaner den Widerstand der Stadt mit Salven aus ihrer Panzerhaubitze geprüft. Einen ersten Gruß habe die Bäckersfamilie Hempel in der Ludwig-Jahn-Straße erhalten, deren Wohnung von einem Geschoss getroffen wurde.
Wie viele andere Geraer Bürger erblickte der elfjährige Hans-Peter unter den Soldaten der 80. Infanteriedivision aus Texas staunend erstmals einen schwarzen Soldaten. Neugierig drängten sich die Kinder um das Biwak der Amerikaner, wo vor derOssel, der Ostvorstädtischen Turnhalle Lagerfeuer brannten...
Am 2. Juli 1945 erlebte er den Abzug der amerikanischen und den Einzug der sowjetischen Truppen in Gera... ⏩ Kritischer Chronist mit Zeichenstift, ein Bericht von Elke Lier
⏩ 80 Jahre Zerstörung Geras im Zweiten Weltkrieg. Erinnerungen, Narben, Diskussionen Einladung zur Gesprächsrunde
⏩ Erinnerungen eines Geraer Künstlers an die Besatzer Die Bilder von Herrn Große zur Mahnung, nie wieder solche Zerstörungen in Gera.
Einige der Bilder oben und weitere Grafiken und ergänzende Erinnerungen auf den Rückseiten der Grafiken sind in seiner Präsentation vom MDR zu entdecken.
⏩ Erinnerungskultur neu denken Vortrag von Frau Lier zur Diskussionsrunde "80 Jahre Zerstörung Geras im Zweiten Weltkrieg"
⏩ Die unterschiedlichen Opfergruppen auf dem Ostfriedhof Ansprache von Frau Lier zur Festveranstaltung
⏩ Die Häselburg Gera - Hausgeschichte
Das Mädchenheim existierte bis 1945. Im Untergeschoss befand sich bis in die 1950er-Jahre ein öffentliches Wannenbad.
Im April 1945 wurden das Gebäude und die Kessel des Wannenbads von einer Bombe getroffen.
32 Menschen, die im Keller Schutz gesucht hatten, starben durch das kochend heiße Wasser...
⏩ Festschrift Großaga 700 Jahre, 1248-1948
Ortsbürgermeister Alfred Rosenkranz
Als Fremdarbeiter
vieler Völker beherbergte sie unser Dorf während der unseligen Hitlerzeit und des Krieges. Ganz gleich ob als Einzelperson oder familienweise. Wahllos hin- und hergeworfen, wurden sie aus privat- oder staatskapitalistischem Interesse wie Sklaven in deutsche Rüstungswerke gepreßt oder wie bei uns im Dorfe in der Hauptsache auf den ehemaligen Kammergütern als billige und willige Unterstützungs- und Ausbeutungsobjekte der Landwirtschaft beigegeben. Ein Kulturschandmal, den guten deutschen Namen befleckend!
⏩ Todesmärsche durch Gera Vortrag von Dieter Bauke von der Fachgruppe Heimatgeschichte im Kulturbund am 13. Februar 2025.
Dem Gedenken an die Leiden der KZ-Häftlinge und der Mahnung für uns und die Kommenden sind in Gera mehrere Gedenkorte gewidmet: Denkmal auf dem Ostfriedhof, Denkmal im Küchengarten, drei Gedenksteine an der Marschroute (Stadion, Wiesestraße, Röppisch).
Laut Herrn Bauke sind etwa 90 Häftlinge zwischen Köstritz und Weide auf den Todesmärschen umgekommen, 10 davon im Stadtgebiet von Gera.
Seit 1980 wird jährlich der Buchenwaldgedenklauf, von Bad Köstritz über Gera nach Weida führend, ausgetragen, als herausragendes Zeichen des Engagements gegen den Faschismus und für Frieden und Freiheit werden die Helden des antifaschistischen Widerstandskampes geehrt.
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Vergessene Kinder - Kinder von Zwangsarbeiterinnen des Zweiten Weltkrieges in Gera Eine Dokumentation von Dr. med. Brunhilde Jung zum Lesen und Herunterladen
Die promovierte Geraer Kinderärztin Brunhilde Jung war 2009 zufällig an den Kindergräbern auf dem Ostfriedhof vorbeigekommen und entzifferte unter den mit Moos bewachsenen Steinen mit wachsendem Entsetzen die Geburts- und Sterbedaten der Kinder. Ergebnis dieser persönlichen Betroffenheit war ihre Dokumentation „Vergessene Kinder“ von 2010, die sie mit Unterstützung der Gedenkstätte Amthordurchgang herausgab.
Der Holzkünstler Marcus Malik erstellte das Mahnmal für die umgekommenen Zwangsarbeiterkinder auf dem Gräberfeld IIc des Ostfriedhofes. 2024 wurde im Anschluss an die Gedenkfeier für die Opfer des 6. April 1945 vom Künstler und der Vorsitzenden des Friedensbündnisses Gera, Petra Beck, das Denkmal enthüllt. Das Friedensbündnis Gera e.V. finanzierte das Mahnmal und kümmert sich mit um die Pflege des Gräberfeldes, in Zusammenarbeit mit Schulklassen. Im Vorfeld des Gedenktages wurden Blumen am Denkmal gepflanzt.
⏩ OTZ: Feindalarm in Geras Süden: Rudolf Heiland versteckt sich Rudolf Heiland ist acht Jahre alt, als die Amerikaner durch Liebschwitz ziehen. Im „Braukeller“ des einstigen Rittergutes, getrieben 20 Meter tief in den Berg, fanden die Liebschwitzer Schutz bei Bombenalarm.
⏩ OTZ: 10.18 Uhr, 1945: In den nächsten 14 Minuten sterben in Gera 160 Menschen Um 10.18 Uhr am 6. April 1945 fielen die ersten Bomben an diesem Tag auf Gera nieder. 14 Minuten werden vergehen, bis der letzte Knall verhallen wird. Hans-Peter Große ist zehn Jahre alt, er ist an diesem Freitag in Gera unterwegs. Er erlebt den Einschlag der Bomben mit. Er überlebt und ist heute einer der wenigen, die nicht nur mitreden sondern berichten können.
Informationen und Zahlen zu den Todesopfern während des 2. Weltkrieges in Gera
durch intensive Forschung u.a. von Elke Lier und der Kinderärztin Brunhilde Jung zusammengetragen
- Zum tödlichen Rassenwahn der Nazis gehörte die Verdingung von Zwangsarbeitern aus den besetzten europäischen Ländern in die Rüstungsproduktion sowie in Wirtschaft und Landwirtschaft. Als
slawische Untermenschen
wurden Ostarbeiter aus Polen und der Sowjetunion besonders unmenschlich behandelt. - In Thüringen waren während des Zweiten Weltkrieges 500.000 Menschen in Zwangsarbeit für Nazideutschland.
- In Gera beuteten 18 Betriebe über 1000 Zwangsarbeiter aus, von denen 320 auf dem Ostfriedhof begraben wurden, vorwiegend Zwangsarbeiter aus dem Osten.
- Selbst schwangere Frauen und Frauen mit Kleinkindern kamen ab 1942 auf Befehl Himmlers und unter Kommando des Thüringer Gauleiters Fritz Sauckel zur Zwangsarbeit auch nach Gera. Jeder Frau standen zwei Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Die Arbeitszeit betrug wöchentlich 50 bis 60 Stunden. Der Stundenlohn für Frauen betrug 45 Pfennige.
- Das jüngste mit seiner Mutter nach Gera deportierte Kind war 1943 erst elf Monate alt. Zweimal am Tag durften die Frauen stillen, vor und nach der Arbeit. Grausames Verhungern wurde als
Lebensschwäche
auf dem Totenschein umschrieben, aber auch Lungenentzündung, Masern, Diphterie oder Blutvergiftung raffte die Kinder dahin. - 68 tote Kinder wurden auf dem Ostfriedhofes bestattet, manche kaum einen Tag, andere wenige Wochen oder Monate alt. Nur 32 der toten Kinder wurden älter als ein Jahr. Insgesamt sind 85 tote Kinder von Zwangsarbeiterinnen bekannt.
- Das Frauengemeinschaftslager Greizer Straße 36 war vorwiegend für Entbindungen vorgesehen, auch für Zwangsarbeiterinnen aus der Geraer Umgebung. Hier fanden 800 Frauen Aufnahme.
- Als die Front 1944/45 schnell näher rückte, wurden die Leichen von 446 jüdischen Toten aus den KZ Buchenwald–Außenstellen Rehmsdorf und Gleina zur Einäscherung nach Gera gebracht. Ihre Namen wurden in der Friedhofskartei nicht festgehalten, die Asche in Papiertüten in einem Erdloch vergraben. Doch ein Friedhofsmitarbeiter besaß so viel menschlichen Anstand und Respekt vor den Toten, dass er entgegen der Anordnung ihre Namen, Vornamen, Geburts- und Sterbetag und den Ort ihrer letzten Stunde heimlich vermerkte. Im Juli 1949 erhielten diese 446 Toten unter dem Davidstern auf einem Messinggrabstein eine würdevolle Ruhestätte.
- Auf dem Geraer Ostfriedhof liegen 1.326 Opfer des Zweiten Weltkrieges begraben.
⏩ Die unterschiedlichen Opfergruppen auf dem Ostfriedhof Ansprache von Frau Lier zur Veranstaltung am 6. April 2025 auf dem Ostfriedhof - 2.639 Geraer Bürger ließen ihr Leben auf den Schlachtfeldern Europas, viele andere kehrten als Krüppel heim.
Gera's Oberbürgermeister
S.37, 2007 - 28 starben in Konzentrationslagern und Gefängnissen, und neun einige Zeit später an den Haftfolgen.
- Von den Bürgern jüdischen Glaubens starben 211 Menschen; die anderen konnten rechtzeitig emigrieren, sodass zum Kriegsende 1945 in Gera noch sechs Juden – vier Frauen und zwei Kinder – lebten. ⏩ Das Jahr 1945 | Befreiung vom Faschismus | Gera
- 1933 lebten 378 jüdische Personen in der Stadt. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
-
Am 28. Oktober 1938 wurden 140 sogenannte
Ostjuden
aus allen Stadtteilen abgeholt und zur Ausreise gezwungen; sie wurden an die deutsch-polnische Grenze transportiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die beiden Synagogen geschändet und demoliert (s.u.). Die meisten der jüdischen Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Bis 1939 wurden die letzten jüdischen Geschäfte "arisiert". -
Für die noch in der Stadt lebenden jüdischen Personen wurden sogenannte
Judenhäuser
eingerichtet:.... 1942 wurden noch 64 jüdische Einwohner gezählt. Die meisten von ihnen wurden bei zwei Deportationen in diesem Jahr in Vernichtungslager verbracht: am 9. Mai 1942 waren es 34 jüdische Personen aus 18 Familien, darunter sechs Kinder, am 19./20. September 1942 weitere 14 jüdische Personen.
⏩ Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
An der Tafel auf dem Gräberfeld mit 142 Opfer von Bombenangriffen und am Denkmal für die 85 umgekommenen Zwangsarbeiterkinder wurden Blumengebinde ablegt und auf den kleinen Grabsteinen der toten Zwangsarbeiterkinder auch Rosen.
Auch auf dem Messinggrabstein mit dem Davidstern für die 446 jüdischen Toten aus den KZ-Außenlagern, auf Grabsteinen der 320 in Gera getöteten Zwangsarbeiter, auf den Einzelgräbern jüdischer Toter mit den traditionellen Steinen darauf und am Grabmal der Familie Biermann legten wir Steine und Blumen ab.
Herbert Biermann, Ehemann der Geraer Fotografin Aenne Bierman, schreibt aus der Diaspora im Jahr 1947 an seinen Geraer Freund Martin Engels
...nichts kann jemals diese Schande löschen, diese Widerstandslosigkeit eines ganzen Volkes gegenüber dem Sadismus des niedrigsten Pöbels!
Ein Brief aus HaifaS.2, Herbert Biermann, 1947
MDR: Warum Gera einem Brief aus Palästina eine ganze Ausstellung widmet Zitat von Herbert Biermann in der Audio-Datei ab Minute 2:20
DNB: Ein Brief aus Haifa
Inhaltsverzeichnis https://d-nb.info/1318443873/04
... damit wir übermorgen blühen können.
aus der Ansprache zur Buchenwaldbefreiung 2025 von Marina Weisband
...Und ist es nicht bigott, hier zu mahnen und mit dem Finger auf Russland oder die USA zu zeigen, während auch wir uns im Wahlkampf primär damit befasst haben, wen wir alles abschieben können?
Wenn wir auf der Schwelle stehen, wieder zwei Klassen der deutschen Staatsbürgerschaft einzuführen? Die einen, die sie ganz selbstverständlich haben dürfen, und die anderen, wie ich, mit Migrationsgeschichte, die Sorge haben müssen, sie zu verlieren für das genau gleiche Vergehen?
…Es ist schwer, heute gegen Faschismus zu kämpfen. Weil man gegen eine Wand aus Ignoranz, Opportunismus, Gewohnheit und wohlgemeinter Naivität läuft.
Zitate von Rechtsradikalen? Geben wir als Medienhäuser wieder, man muss ja objektiv berichten über das, was ist. Und dann müssen wir sie zwecks Ausgewogenheit in Talkshows einladen.
Verbotsverfahren prüfen? Nein, wir müssen den Gegner politisch stellen. Das war übrigens auch die Einstellung der Konservativen 1930, die die SPD-Bestrebungen um ein Verbot der NSDAP damit ablehnten.
Faschismus lebt von diesem Weiter-so. Vom Opportunismus. Von vorauseilendem Gehorsam. Von Wegsehen... ... damit wir übermorgen blühen können. von Marina Weisband
Haben wir aus der Geschichte nichts gelernt?


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